Schokoladenkonzern strafft Konzernstruktur
Stollwerck auf Partnersuche

agr KÖLN. Die Stollwerck AG macht Fortschritte bei der Zukunftsregelung und strafft Konzernstruktur sowie Kosten. Beobachter sehen den Schokoladenkonzern auf Partnersuche, nachdem sich Firmenchef Hans Imhoff (79) aus gesundheitlichen Gründen ins Privatleben zurückgezogen hat und kein Nachfolger bereit steht. Hans Rolf, stellvertretender Aufsichtsratschef, dementierte aber kürzlich Gespräche mit dem Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger (Krüger-Gruppe).

Rolf, der Imhoff auf der Hauptversammlung vertrat, teilte den über 3 000 Aktionären mit, dass Stollwerck drei für den Konzern produzierende Werke für 180 Mill. DM kaufen werde: noch 2001 zwei Werke in Berlin und Budapest von der Imhoff Immobilien sowie 2002 die Thüringer Schokoladenwerke von einer Fondsgesellschaft. Der Kaufpreis werde zu knapp 50 % aus dem Verkauf einer Kölner-Immobilie in bester Innenstadtlage bestritten.

Gleichzeitig gab Rolf die Schließung des defizitären Werkes in Hannover bekannt. Die Produktion wird in andere Werke verlagert. Neuer Logistik-Partner wird zudem die Deutsche Post-Tochter Danzas.

Kürzlich hatte Imhoff bereits 30 % des Grundkapitals der AG aus seinem Vermögen an eine gemeinnützige Stiftung übertragen, die damit für potenzielle Käufer blockiert sind. Weitere 65 % liegt bei einer Familienstiftung. 5 % sind breit gestreut. Finanzvorstand Klaus Friedrich erklärte auf der HV, dass Stollwerck 2001 das Betriebsergebnis des Vorjahres erreichen und den Umsatz erneut leicht steigern will. 2000 stieg der Umsatz um 1,4 % auf 1,4 Mrd. DM, das Ergebnis vor Steuern um 13 % auf 40,9 Mill. DM. Getragen wurde die Entwicklung vor allem durch das in Schwung gekommene Russland-Geschäft, das Imhoff vor zwei Jahren noch mit "einem Griff in seine Privatschatulle" vor dem Aus gerettet hatte. Nun sollen 60 Mill. DM in die Verdopplung der Kapazitäten investiert werden.

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