Schon 1999 im Visier des Verfassungsschutzes
Mohammed Sammar: Früherer El Kaida-Statthalter in Hamburg

Der Deutsch-Syrer Mohammed Haidar Sammar galt als Statthalter von Bin Ladens Terrorgruppe El Kaida in Hamburg. So soll der 41-jährige den Hauptattentäter der Terroranschläge von New York und Washington, Mohammed Atta, und dessen Komplizen in der Hansestadt für das Terrornetzwerk rekrutiert haben.

dpa/HB HAMBURG. Der vor 20 Jahren eingebürgerte Syrer lebte als gelernter Kfz-Schlosser im Stadtteil Alsterdorf - nur wenige hundert Meter vom Hamburger Polizeipräsidium entfernt.

Die Kamikaze-Piloten Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah saßen in den entführten Flugzeugen und rissen bei ihren Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon mehr als 3000 Menschen mit in den Tod. Ihre Komplizen Said Bahaji, Ramzi Binalshibh und Zakariya Essabar sind seit den Anschlägen verschwunden, nach ihnen wird gefahndet. Sie wohnten selbst in der Marienstraße 54 in Hamburg-Harburg oder waren mit den Mietern eng befreundet und gingen dort ein und aus. Auch der 140-Kilo-Mann Sammar war ein häufiger Gast in der Marienstraße. In Bahajis Wohnung fanden Fahnder ein Buch über den Heiligen Krieg - mit einer persönlichen Widmung Sammars.

Sammer war für die deutschen Behörden kein Unbekannter: Bereits 1999 beobachtete ihn der Verfassungsschutz wegen dessen verdächtiger Verbindungen zum zuvor in Bayern verhafteten Bin-Laden-Finanzchef Mamduh Mahmud Salim. In Hamburg war der Deutsch-Syrer seit längerem als radikaler Moslem bekannt. Er war regelmäßiger Besucher der El-Kuds-Moschee in Hamburg-St. Georg.

Nach den Anschlägen in den USA hatten Ermittler der "Sonderkommission USA" den Verdächtigen in der Hansestadt mehrfach verhört. Sammar verließ das Polizeipräsidium mangels Beweisen aber als freier Mann. Er beantragte danach beim Bezirksamt Hamburg-Nord einen neuen deutschen Reisepass, erhielt ihn ohne Probleme und verschwand zwei Tage später Ende Oktober 2001 in Richtung Marokko. Dort wurde er im Juni 2002 festgenommen und nach Syrien gebracht, wo er seitdem im Gefängnis sitzt.

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