Schon 250 000 Besucher
Bernsteinzimmer wird zum Besuchermagnet

Die vor einem Monat vollendete Rekonstruktion des legendären Bernsteinzimmers in einem Zarenschloss bei St. Petersburg entwickelt sich zu einem wahren Besuchermagneten. Mit dem Rekord von 250 000 Gästen allein im Juni seien "deutlich mehr Besucher" in das Schloss gekommen als zuvor.

HB/dpa ESSEN/ST.PETERSBURG. Das sagte eine Sprecherin des Staatlichen Museums Zarskoje Selo am Dienstag der dpa: "Der Raum hat eine große Anziehungskraft". Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder hatten Ende Mai den akribischen Nachbau des im Krieg verlorenen Barock-Kabinetts im Katharinenpalais vor den Toren St. Petersburgs gemeinsam der Öffentlichkeit übergeben.

Das Original des Kabinetts war 1716 vom preußischen König an Zar Peter den Großen geschenkt und 1941 von deutschen Soldaten abmontiert worden. In den Zerstörungen der Stadt Königsberg 1945 verliert sich dann jede Spur des als "Achtes Weltwunder" gefeierten Raumes, der seit langem als Symbol der ungeheuren russischen Kriegsverluste gesehen wird.

Das im Erdgas-Handel mit Russland tätige Essener Energie- Unternehmen Ruhrgas AG hat als Sponsor mit einer Summe von rund 3,5 Mill. US-Dollar die Fertigstellung der Rekonstruktion ermöglicht, an der seit 1979 etwa 50 russische Bernsteinschnitzer gearbeitet haben. Auch in Deutschland sei das Interesse an der wechselvollen Geschichte des Bernsteinzimmers spürbar gestiegen, sagte Ruhrgas-Sprecherin Astrid Zimmermann: "Wir erhalten viele Anfragen von Interessenten, manche kommen sogar ins Foyer unserer Essener Zentrale und bitten um Informationsmaterial".

Für die Wiederherstellung des mit Spiegeln, Steinmosaiken und Lüstern gezierten Bernsteinzimmers waren etwa sechs Tonnen des fossilen Baumharzes aus der Ostsee notwendig. Etwa eine halbe Million kleiner Bernsteinplatten von Hellgelb bis Honigbraun bilden heute wieder die schimmernde Wandtäfelung des rund 100 Quadratmeter großen Prunk-Kabinetts. Ungezählte Mutmaßungen existieren zum Schicksal des möglicherweise 1945 verbrannten Bernsteinzimmers, das von Historikern und selbst ernannten Schatzsuchern in thüringischen und sächsischen Bergwerks-Stollen ebenso vermutet wird wie in Schiffswracks auf dem Grund der Ostsee.

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