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Schon drei Hitzetote in SpanienDPA-Datum: 2004-07-01 17:19:08

Madrid (dpa) - Der langersehnte Sommer lässt vielerorts in Europa auf sich warten, doch in Spanien sterben die Menschen buchstäblich vor Hitze: Aus Madrid und aus Córdoba im Süden des Landes meldeten die Behörden am Donnerstag zwei weitere Opfer, so dass die Zahl der Toten auf drei stieg.

Madrid (dpa) - Der langersehnte Sommer lässt vielerorts in Europa auf sich warten, doch in Spanien sterben die Menschen buchstäblich vor Hitze: Aus Madrid und aus Córdoba im Süden des Landes meldeten die Behörden am Donnerstag zwei weitere Opfer, so dass die Zahl der Toten auf drei stieg.

In der Hauptstadt, die mit durchschnittlich 38 Grad den heißesten Julianfang seit 104 Jahren erlebte, erlag ein 69-Jähriger einem Kreislaufkollaps, in der andalusischen Metropole starb ein 72-Jähriger an einem Hitzschlag.

In Sevilla, dessen 650 000 Bewohner durchaus hitzeerprobt sind, gingen die Menschen aus Protest auf die Straße. Ihr Unmut richtete sich nicht gegen die hohen Temperaturen, sondern gegen die dadurch ausgelösten Stromausfälle: Während die Thermometer Werte bis zu 47 Grad anzeigten, saß gut ein Drittel der Bevölkerung im Dunkeln - auf die rettende Abkühlung der Klimaanlagen mussten die entnervten Menschen verzichten. Ausgerechnet die auf Hochtouren laufenden Kühlgeräte sind aber die Ursache der «Blackouts», denn sie treiben den Stromverbrauch in Rekordhöhe und lassen das vielerorts veraltete Leitungsnetz zusammenbrechen.

«Können Sie sich vorstellen, wie es hier stinkt? Wir mussten alles in den Müll werfen!», beklagte sich eine Fischverkäuferin. «Die Einbußen für Restaurants und Geschäfte gleichen denen eines Generalstreiks», kritisierte Fernando Guerrero, Präsident des Unternehmerverbands von Sevilla. Lediglich einige Souvenirläden können sich freuen: T-Shirts mit der Aufschrift «Joder, que calor!» (Verdammt, was für eine Hitze) sind ein Renner.

Auf Mallorca, wo ein großer Stromausfall vor einem Jahr für Chaos gesorgt hatte, soll sich so etwas nicht wiederholen. Die balearische Regierung und der Stromversorger GESA versicherten, das Netz sei nach Investitionen von 300 Millionen Euro für den gestiegenen Verbrauch im Sommer gewappnet. Vorsichtshalber gibt es aber einen Notfallplan: Sollte es trotz allem zu Engpässen kommen, sollen die Verbraucher telefonisch gewarnt und gebeten werden, überflüssige Elektrogeräte auszuschalten. Die Beleuchtung von Straßen und Denkmälern soll dann ebenfalls herunter gefahren werden.

Derweil wächst auch die Waldbrandgefahr. In Südspanien wurden bereits 1000 Hektar Baumbestand vernichtet, im Nachbarland Portugal erhöhte die Regierung am Donnerstag die Alarmstufe. Rund 4000 Feuerwehrleute und Helfer wurden mobilisiert, um eine Katastrophe wie im vorigen Jahr zu verhindern: Damals zerstörten die Flammen in dem kleinen Land rund 420 000 Hektar Wald.

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