Schon erste Zweifel der Medien
Lippi vor schweren Aufgaben

Nach dem umrühmlichen Abgang der "Squadra Azzura" aus dem Turnier in Portugal und der Entlassung von Giovanni Trapattoni ist es nun an dem ehemaligen Trainer von Juventus Turin, die Wogen zu glätten. Wahrscheinlich keine einfache Mission.

LISSABON/ROM. Die schlechtesten Verlierer der Fußball- Europameisterschaft sind uneinsichtig, nachtretend und feige durch die Hintertür in die Heimat zurückgekehrt. Die Italiener umdribbelten auf den Flughäfen in Mailand und Rom unter Polizeischutz ihre aufgebrachten Tifosi. Nur Alessandro Nesta, Christian Panucci und Bernardo Corradi nahmen den Vorderausgang, wo sie mit Eiern beworfen und mit "Schämt euch!"-Sprechchören empfangen wurden. "Besser ausscheiden, als nach diesem abgesprochenen und ekelhaften 2:2 im Turnier zu bleiben", bezichtigte Teammanager Gigi Riva die Rivalen Dänemark und Schweden des Betrugs.

Giovanni Trapattonis designierter Nachfolger Marcello Lippi soll den dreifachen Weltmeister nun bei der WM 2006 in Deutschland nach 24 erfolglosen Jahren zum Titel führen. Dafür aber muss der ehemalige Turiner Juventus-Coach den "Azzurri" aber erst einmal ihre weinerliche Mentalität austreiben. Diesmal war es der angebliche "Wikinger-Komplott", bei der WM 2002 in Südkorea und Japan war Schiedsrichter Byron Moreno der Schuldige an der 1:2- Achtelfinalpleite gegen Südkorea - Italien sieht sich wieder einmal als Opfer übler Verschwörer. Das 2:2 der Skandinavier machte Italiens 2:1-Sieg gegen Bulgarien in letzter Sekunde wertlos. Ausgeschieden sind sie aber, weil sie beim 0:0 gegen Dänemark die Hitze lähmte und da sie beim 1:1 gegen Schweden unzählige Riesenchancen vergaben.

Noch am Freitag, an dem auch der Rücktritt von Verbandschef Franco Carraro erwartet wird, soll Lippi als neuer Nationalcoach präsentiert werden. Der weißhaarige Toskaner mit dem Zigarillo als Markenzeichen hat sein Trainer-Team schon zusammen. Eine Million Euro soll der 56- jährige Lippi pro Jahr kassieren. Eher Schmerzensgeld als Honorar, wird sein heftigst attackierter Vorgänger denken. "Lieber Lippi, Nationaltrainer zu sein ist hart und viel schwerer als Vereinstrainer zu sein", warnte Trapattoni. Der "Maestro" trat als einer der wenigen im Lager des Vize-Europameisters mit "Grandezza" ab. "Das Scheitern bei der EM ist ein schwerer Schlag für mich, aber meine Rente ist noch weit weg", kündigte der 67-Jährige sein baldiges Comeback an.

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