Schon fast eine Schicksalspartie für Kaiserslautern
Verlierer-Trio kämpft um guten Ruf

Die Fußball-Bosse reagierten giftig, das international heftig gerupfte Trio der deutschen Champions-League-Verlierer steht am 6. Bundesliga-Spieltag mächtig unter Druck und kämpft um seinen guten Ruf. "Jetzt geht es darum, dass man sich als Mannschaft beweist", fordert Borussia Dortmunds Clubpräsident Gerd Niebaum das Meisterteam vor dem Auftritt bei Hansa Rostock ebenso zur schnellen Rehabilitierung auf wie Franz Beckenbauer die Münchner Bayern oder Manager Reiner Calmund die Leverkusener Bayer-Profis.

HB DÜSSELDORF. Der "Kaiser" will die von ihm im Spiel gegen La Coruna erkannte "Nachlässigkeit, Arroganz und Überheblichkeit" zum Wies'n-Auftakt gegen Energie Cottbus nicht mehr dulden. Calmund sprach nach dem Debakel in Piräus und vor dem Bundesliga-Auftritt des Vizemeisters bei Werder Bremen und dem Champions-League-Duell mit Manchester United (Dienstag) von der "Todeswoche". Sein Rat: "Vergessen, was passiert ist." Sein Krisen-Bewältigungsrezept: "Wir müssen da durch."

Nationalkeeper Oliver Kahn machte sich zum Sprecher des vermeintlichen Vorzeige-Trios deutscher Fußball-Kunst. "Diese Ohrfeige tat uns gut", begrüßte er die Tatsache, vielleicht gerade noch rechtzeitig auf dem Boden der Realität angekommen zu sein. Ganz so leicht wollte es sich Ottmar Hitzfeld nicht machen. Er erwartet gegen Cottbus "eine gewaltige Reaktion" des Tabellenführers. Für Hitzfeld ist es das 350. Bundesligaspiel als Trainer. Der Platz seines Konkurrenten Eduard Geyer wird leer bleiben, "Ede" wurde vom DFB-Sportgericht wegen Schiedsrichter- Beschimpfung für ein Spiel gesperrt.

Die deutschen UEFA-Cup-Starter blieben ohne Niederlage und sammelten Selbstbewusstsein für die nationalen Aufgaben. Trotzdem war einer sauer: Werder-Coach Thomas Schaaf schimpfte über den Terminplan, der die Hanseaten nur 35 Stunden nach der Rückkehr aus Donezk mit Bayer Leverkusen zusammenbringt: "So etwas darf sich nicht wiederholen." Wesentlich länger können sich die Profis des VfB Stuttgart und von Pokalsieger Schalke 04 erholen. Stuttgart (gegen Arminia Bielefeld) und Schalke (gegen Borussia Mönchengladbach) spielen erst am Sonntag.

Bei Hertha BSC sehnt sich alles nach dem ersten Bundesligaheimsieg der neuen Saison. "In Bielefeld und Aberdeen hat die Mannschaft gezeigt, wie es geht. Aller guten Dinge sind drei", forderte Manager Dieter Hoeneß das Team von Huub Stevens gegen den Hamburger SV zum ersten "Dreier" im Olympiastadion auf. Beim HSV kehrt Sergej Barbarez zurück und will bei seinem Comeback "mindestens einen Punkt holen". Die Bilanz spricht dagegen: Null Punkte, 2:18 Tore - der HSV war bei seinen letzten vier Auftritten in Berlin zumeist so chancenlos wie beim 0:6 am 10. März 2001.

"Unerträglichen Druck" sieht Trainer Eric Gerets auf sich zukommen, wenn Tabellen-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern gegen 1860 München nicht gewinnt. FCK-Kapitän Thomas Hengen spricht schon von Abstiegsgefahr: "Wer auf die Tabelle schaut, weiß, was die Stunde geschlagen hat." Bei den "Löwen" sorgte Präsident Karl-Heinz Wildmoser mit seiner Global-Kritik an den Spielern einmal mehr für Unruhe, die bei Hannover 96 durch den Sieg in Leverkusen abklang. Gegen Mit-Aufsteiger VfL Bochum werden rund 40 000 Zuschauer erwartet.

Selbstbewusstsein demonstriert Trainer Wolfgang Wolf vor der Partie seines VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Nürnberg: "Wir haben die besseren Spieler und sind Favorit." Beim "Club", der seine 750. Partie in der deutschen Elite-Liga absolviert, will Coach Klaus Augenthaler auf einen Sonderbewacher für Stefan Effenberg verzichten.

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