Schon im Oktober auf Sicherheitsmängel hingewiesen
Triebwerksschaden offenbar verantwortlich für Airbus-Absturz

Der Absturz der American-Airlines-Maschine in New York ist nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich von einem mechanischen Fehler im Triebwerk verursacht worden. Wie am Dienstag bekannt wurde, stellte die US-Luftverkehrsbehörde FAA bereits im vergangenen Monat Sicherheitsmängel fest und empfahl eine weitere Inspektion der betroffenen Triebwerke.

ap NEW YORK. An der Absturzstelle im Stadtteil Queens gingen unterdessen die Bergungsarbeiten weiter. Bei dem Absturz am Montag waren mehr als 260 Menschen getötet worden.

Die FAA-Notiz vom 5. Oktober war das Ergebnis monatelanger Untersuchungen des CF6-80C2-Triebwerks, das weltweit in mehr als 1000 Flugzeuge eingebaut ist, darunter auch der US-Präsidentenjet "Air Force One". Die Luftverkehrsbehörde hatte die Inspektionen auf Grund von Berichten über Triebwerksfehler im Frühjahr 2000 veranlasst. Dabei wurde laut FAA ein "unsicherer Zustand" festgestellt. General Electric (GE), der Mutterkonzern des Triebwerkherstellers, erklärte, alle Reparaturanweisungen der Regierung seien eingehalten worden. Das Triebwerk habe als absolut zuverlässig gegolten. Seit 1984 hat GE hat 2.954 Triebwerke des betroffenen Typs gebaut.

Das linke Triebwerk, das nach bisherigen Erkenntnissen bei dem am Montag abgestürzten Airbus A-300 versagte, wurde erst kürzlich gewartet. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich bei dem Absturz nicht um einen Terroranschlag handelte. "Alles deutet auf einen Unfall hin", sagte die Vorsitzende der Nationalen Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), Marion Blakey.

Augenzeugenberichte und die Beschaffenheit der Trümmerteile stützten diese These. Um Sabotage auszuschließen, wurde dennoch überprüft, wer in letzter Zeit Zugang zu dem Airbus hatte, der noch in der Nacht vor dem Abflug in die Dominikanische Republik routinemäßig gewartet worden war.

Die Kommunikation im Cockpit sei in den Sekunden vor dem Absturz normal gewesen, sagte Blakey. Einer der beiden Flugschreiber wurde mittlerweile gefunden. Dabei handelt es sich um den Stimmenrekorder, der die Gespräche im Cockpit aufzeichnet. Er soll laut NTSB gut erhalten sein.

Von den 251 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern an Bord des Flugzeuges überlebte offenbar niemand. Bislang wurden an der Absturzstelle 265 Leichen geborgen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden mindestens sechs Personen vermisst. Helfer suchten auch während der Nacht in den Trümmern nach Opfern. Sechs Wohnhäuser wurden weitgehend zerstört, sechs weitere schwer beschädigt. Mehr als 40 Personen wurden in Krankenhäusern behandelt, die meisten davon Einsatzkräfte mit Rauchvergiftungen.

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