Schon in Kürze erste Hilfsflüge: US-General: Kampfphase in Bagdad zu Ende

Schon in Kürze erste Hilfsflüge
US-General: Kampfphase in Bagdad zu Ende

Die Phase der Kampfhandlungen ist in Bagdad den Worten eines hochrangigen US-Generals zufolge beendet. Die US-Truppen hätten das Zentrum der irakischen Hauptstadt gesichert, nicht aber die gesamte Stadt, sagte General Buford Blount, Kommandeur der 3. Infanteriedivision, die in Bagdad steht. Im Süden Iraks sei ein Ende der Kämpfe erst in einigen Tagen zu erwarten.

rtr/dpa/HB AS SAJLIJA. Nach Einschätzung Blounts kann auch nicht mehr von einer irakischen Regierung gesprochen werden. "Wir waren in allen Regierungsgebäuden und da ist nichts mehr, was man als Regierung bezeichnen kann", sagte er. Flüge mit Hilfsmitteln für Bagdad könnten in wenigen Tagen beginnen.

Nach drei Wochen Krieg gegen den Irak hatten die US-Truppen am Mittwoch unter dem Jubel Tausender Einwohner und praktisch ohne Widerstand die Kontrolle über zentrale Teile der Hauptstadt übernommen.

Das Weiße Haus hat am Mittwoch die Jubelszenen in Bagdad als "historischen Augenblick" begrüßt, aber zugleich vor Überschwang gewarnt. "Dies bleibt eine Zeit, in der größte Vorsicht angebracht ist", sagte Sprecher Ari Fleischer nach Fernsehberichten. "Was wir in Teilen Bagdads sehen, ist eben nur das - ein Abschnitt Bagdads. Es gibt weiter viele gefährlichen Gebiete in Bagdad für unsere Streitkräfte. Und es gibt viele andere gefährliche Städte im Irak."

Fleischer fuhr fort: "So sehr auch der Präsident (Bush) über die Fortschritte bei der Militäraktion erfreut ist ... bleibt er doch sehr vorsichtig, denn er weiß, dass noch große Gefahren vor uns liegen können."

Auch der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich "erfreut" über die Entwicklung in Bagdad. Er habe wie so viele andere auch die Fernsehbilder aus der irakischen Hauptstadt verfolgt, sagte sein Sprecher am Mittwoch in London. "Was wir heute gesehen haben, war, wie mit einem Mal die ganze Angst von der irakischen Bevölkerung abgefallen ist und sie sich zum ersten Mal in zwei Jahrzehnten frei äußern konnte", sagte der Sprecher. Gleichzeitig warnte er vor zu großem Optimismus: "Wir müssen vorsichtig sein, damit wir nicht vorschnell unseren Sieg erklären." Zuvor hatte Blair im Unterhaus gesagt, es sei zum derzeitigen Zeitpunkt sehr schwierig zu beurteilen, was von Saddam Husseins Führungszirkel noch übrig sei.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich derweil zurückhaltend zur jüngsten Entwicklung in Bagdad geäußert. Es sei noch zu früh um zu beurteilen, wer jetzt für die irakische Hauptstadt verantwortlich sei und was mit der irakischen Regierung geschehen sei, sagte Annan am Mittwoch in New York. Er rief dazu auf, alles zu tun, um die Ruhe in Bagdad wiederherzustellen und den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die Besetzung Bagdads und die Zerstörung von Statuen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ist nach Ansicht der iranischen Führung kein Sieg für die USA. Iran betrachte die Besetzung eines anderen Landes nicht als Sieg und erwarte eine düstere Zukunft für den Irak, sagte der iranische Parlamentspräsident Mehdi Karrubi am Mittwoch. Nach Meinung von Karrubi, einem Berater vom iranischen Präsidenten Mohammed Chatami, sollten die USA die politische Macht im Irak bald möglichst an das irakische Volk abgeben. Andernfalls hätte Washington mit großen Problem zu kämpfen, warnte er nach einem Bericht der Nachrichtenagentur IRNA.

Die iranische Regierung hatte zu Beginn des Irak-Krieges eine vernichtende Niederlage für die alliierten Streitkräfte vorhergesagt. In den vergangenen Tagen hat sie jedoch ihren Blick auf die Nachkriegszeit gerichtet. Das staatliche Fernsehen, als pro-irakisch kritisiert, hat nur unter Druck der Zuschauer Bilder von US-Soldaten in Bagdad und von jubelnden Menschen im Irak gezeigt.

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