Schon länger im Doping-Visier
Mühlegg droht Entlassung aus öffentlichem Dienst

Skilangläufer Johann Mühlegg droht nach der Doping-Affäre jetzt auch der Rauswurf aus dem öffentlichen Dienst.

dpa MÜNCHEN. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» meldet, läuft gegen den Zollbeamten derzeit ein Verfahren vor dem Bundesdisziplinargericht. Nachdem Mühlegg 1999 den Deutschen Skiverband verlassen hatte, hatte ihn die Oberfinanzdirektion (Ofd) Nürnberg aufgefordert, seinen Dienst am Münchner Flughafen anzutreten. «Aber er ist dort nie erschienen», sagte Ofd-Sprecher Walter Lengert. Daraufhin habe die Behörde die Gehaltszahlung eingestellt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Lengert meinte: «Ich gehe davon aus, dass Mühlegg entlassen wird.»

Nach Aussage des dänischen Professors Bengt Saltin, leitendes Mitglied der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, ist Mühlegg in Salt Lake City nicht zufällig als Doping-Sünder entlarvt worden. In einem Interview mit der «Bild am Sonntag» sagte Saltin: «Wir haben die gesamte Wintersaison über bei jedem Weltcup Blutproben von sämtlichen Langläufern genommen. Dabei zeigten sich klare Anzeichen für Doping bei Mühlegg und den russischen Läufern.»

Wenn sich ein Athlet EPO oder Darbopietin spritze, kurbele er seine Blutbildung erheblich an. Dies führe zu einem Anstieg der roten Blutkörperchen und deren unausgereiften Vorläuferzellen, den so genannten «Retikulozyten». Das wiederum ergebe ein charakteristisches Muster, erläuterte der Doping-Fahnder. «Wir konnten sogar sehen, dass Mühlegg das Hormon bis Ende Januar abgesetzt haben muss», erklärte Saltin.

Entscheidend für die Überführung Mühleggs sei aber gewesen, dass die Firma Amgen als Hersteller des Medikaments Dorbopietin kurz vor den Spielen einen hieb- und stichfesten Test für das bisher nicht nachweisbare Mittel zur Verfügung gestellt habe. «Das führte zu unserem Etappensieg im Kampf gegen das Doping», bestätigte der WADA - Professor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%