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Schon über 4000 Millionäre: Lotto im Jahr vor seinem 50. Geburtstag

Potsdam/Wiesbaden (dpa) - «Die 49 Kugeln sind die wahren Fernsehstars», sagt Franziska Reichenbacher - und sie muss es wissen. Reichenbacher ist Deutschlands aktuelle und dritte Lottofee in der fast ein halbes Jahrhundert währenden Geschichte von 6 aus 49.

Millionen Zuschauer fiebern Woche für Woche vor dem Bildschirm, wenn die mit Zahlen bedruckten 49 Tischtennisbälle in der Trommel rotieren. Mehr als 4000 Tippern gelang seit der Lotto-Geburtsstunde im Oktober 1955 der ganz große Wurf. «Es gab exakt 4129 DM-Millionäre und bislang fast 200 Euro-Millionäre dank Lotto 6 aus 49», sagt der Geschäftsführer der derzeit im Deutschen Lotto- und Totoblock federführenden Land Brandenburg Lotto GmbH, Horst Mentrup.

Immerhin stolze 8,2 Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr eingesetzt, um ihre Chance auf das ganz große Glück zu wahren. «Das simple Konzept des Lottos lautet: Spannung, Spaß und vor allem die Hoffnung auf den großen Gewinn», sagt Mentrup. Durch den schlichten, für alle verständlichen Spielmodus der sechs Kreuzchen ist das Lotto 6 aus 49 - das bis heute nahezu ohne Modifikationen blieb - das «Glücksspiel der Glücksspiele». 50 Prozent der eingespielten Summe werden laut Lotto GmbH an die Gewinner ausgeschüttet, der Rest kommt auch gemeinnützigen Zwecken zu Gute.

Welche «Glückskugeln» nun aber samstags und seit 1982 auch mittwochs fallen - das ist dem Zufall überlassen. Wann die Trommel - seit 1965 wird das Geschehen live im Fernsehen übertragen - anhält, um eine Kugel auszuspucken, das hängt jedoch am Fingerzeig des Ziehungsleiters. «Ich sitze mit dem Opernglas und kontrolliere den Ziehungsvorgang und gebe einen Wink, wann gezogen werden soll», sagt die Sprecherin von Hessen-Lotto und Ziehungsleiterin Helga Hinrichs. Eine automatisierte Ziehung würde mit Blick auf die exakt bemessene Sendezeit zu viele Gefahren bergen. Während die Glückstrommel immer im Studio des Hessischen Rundfunks steht, reisen die Kugeln zu jeder Sendung in einem versiegelten Koffer an. «Zwischen den Ziehungen liegen sie in einem Tresor», sagt Hinrichs.

Zwar hat «Lottofee» Reichenbacher neben ihrer kurzen Anmoderation «nur» die Zahlen vorzutragen, doch: «Die Moderation hat eine wichtige Aufgabe, denn die bis zu 5 Millionen Zuschauer wollen in ihrer Sehnsucht nach dem großen Gewinn auch ernst genommen werden. Ich versuche die Texte immer abwechslungsreich zu gestalten, was aber wegen des geringen Spielraums nicht leicht ist.»

Die erste Zahl, die in der Lotto-Geschichte gezogen wurde, war übrigens bezeichnender Weise die «13». Ein Waisenmädchen hatte die Plexiglaskugel, in der damals ein zusammengerolltes Los steckte, am 9. Oktober 1955 in Hamburg aus der Trommel gezogen. Es folgten noch 41, 3, 23, 12 und 16. «Bis heute zählt die 13 jedoch zu den am seltensten gezogenen Zahlen», sagt Alexander Malwitz von Westlotto. Bis Mai diesen Jahres sei in mehr als 2700 Ziehungen die «13» nur 276 Mal gezogen, die «32» dagegen schaffte es in der Zeit 383 Mal und wurde damit «Fortunas Lieblingszahl».

Trotzdem bleibt Lotto ein Glücksspiel. Die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige anzukreuzen, liegt laut Lotto GmbH bei etwa 1 zu 15 Millionen. Doch diese mageren Erfolgsaussichten schrecken die Spieler nicht: Statistisch gesehen geht laut Malwitz jede Woche mehr als jeder dritte Erwachsene zur Lotto-Annahmestelle, um seinen Schein abzugeben.

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