Schon wieder "Friendly Fire": 18 Tote bei Beschuss von kurdischem Konvoi

Schon wieder "Friendly Fire"
18 Tote bei Beschuss von kurdischem Konvoi

Bei dem bisher schwersten Zwischenfall mit mutmaßlichem US-Eigen-Bombardement bei Mosul im Nordirak hat es am Sonntag 18 Tote und mehr als 40 Verletzte gegeben. Wadschi Barsani, ein Bruder des Kurdenführers Massud Barsani, wurde bei dem Zwischenfall schwer verletzt, teilte ein Sprecher der Kurdischen Demokratischen Partei KDP am Sonntag im nordirakischen Erbil mit.

HB/dpa LONDON/BAGDAD. Barsani soll nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN zur Behandlung in ein US-Militärkrankenhaus nach Deutschland geflogen werden. Der führende Kriegsberichterstatter der BBC, John Simpson (59) wurde durch Bombensplitter am Bein verletzt. Sein kurdischer Übersetzer starb. Ein CNN-Reporter berichtete aus einem Krankenhaus in Erbil von 45 verletzten kurdischen Kämpfern

"Es ist ein Anblick der Hölle", berichtete Simpson vom Unglücksort bei Erbil. "Ich sah, wie Menschen um mich herum verbrannten." Simpson war in einem Konvoi von bis zu zehn Fahrzeugen mit kurdischen Kämpfern der so genannten Peschmerga und US-Spezialeinheiten unterwegs. Er habe nichts Gutes geahnt, als zwei amerikanische F-15- Kampfflugzeuge am Himmel auftauchten - offenbar um einen irakischen Panzer zu zerstören, berichtete Simpson. "Ich sah, wie die Bombe abgeworfen wurde, und dann, nahezu unfassbar, neben uns einschlug." Der Reporter sprach von einem "wirklich schrecklichen Eigentor" der Amerikaner.

US-Militärsprecher sagten später lediglich, der Zwischenfall werde untersucht. Sie wollten nicht bisher bestätigen, dass ein Kampfflugzeug vom Typ F-15 den Konvoi beschossen habe. Laut CNN sollen sich in der Nähe des Konvois mehrere irakische Panzer befunden haben, die von amerikanischen Flugzeugen bombardiert wurden. Die Kämpfe hätten bei nebligen Wetter stattgefunden.

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