Schonfrist für Briegel
Deutsche Trainer am Bosporus

Christoph Daum mit Besiktas obenauf, Hans-Peter Briegel bei Trabzonspor untendurch, Werner Lorant in Lauerstellung - die deutschen Trainer der türkischen Erstligisten.

dpa ISTANBUL. Während Daum-Club Besiktas Istanbul den bisherigen Spitzenreiter Galatasaray Istanbul nach fünfmonatiger Dominanz an der Tabellenspitze der türkischen Fußball-Meisterschaft ablöste und Werner Lorant mit Fenerbahce Istanbul knapp dahinter Lauerstellung bezog, weht Briegel in Trabzon am Schwarzen Meer der Wind ins Gesicht.

Obwohl man unzufrieden über das Mittelmaß und Rang acht ist, gewährt die Clubspitze dem nach der 1:2-Heimpleite gegen Kocaelispor vollends in die Kritik geratenen Coach offenbar noch eine Schonfrist. "Ich habe mich für einen einheimischen Trainer stark gemacht", sagte Vizepräsident Mehmet Öksüzoglu. "Aber Briegel hat den Vertrag bekommen. Jetzt müssen wir auch für ihn eintreten." Dennoch darf sich Briegels seiner Sache sicher nicht sicher sein.

Für seine deutschen Amtskollegen lief das Wochenende dagegen wie geschmiert. Nach Lorants Fenerbahce (2:1 am Freitag über Rizespor) zog Daums Besiktas (4:2 gegen Yozgatspor) am Samstag nach und profitierte zudem von der 0:2-Pleite des bisherigen Ersten Galatasaray Istanbul am Sonntag bei Göztepe Izmir. "Fiasko", "historische Niederlage" oder auch "Schande" - so lauteten am Montag die Kommentare in der türkischen Presse. "Dieses Spiel kann die Wende bedeuten", schrieb die Sportzeitung "Fanatik" - und rief bereits "den Abgesang auf die Meisterschaft" für Galatasaray aus.

Ausgerechnet vor dem am kommenden Wochenende anstehenden Top-Duell mit dem Stadtrivalen Besiktas ist Galatasaray ins Wanken geraten. Die Mannschaft, die sich noch fünf Tage zuvor in der Champions-League bravourös gegen den FC Liverpool geschlagen habe, sei überhaupt nicht wiederzuerkennen gewesen. "Nach 20 Wochen an der Spitze ist ,Cim Bom' vom Thron herabgestiegen". Jetzt noch den Meisterschafts-Titel von Galatasaray zu erwarten, wäre allzu optimistisch. "Selbst der zweite Platz ist nunmehr in Gefahr", urteilte "Fanatik". Denn Besiktas liegt nun vor dem punktgleichen Galatasaray (je 53 Zähler) und Fenerbahce (52), das erheblich aufgeholt hat und wieder voll im Titelrennen ist.

"Die Spitze ist durcheinander geraten" schrieb die Zeitung "Milliyet". Das Rennen um die Meisterschaft sei nach der Niederlage Galatasarays zu einem "gordischen Knoten" geworden: "In den neun Wochen bis zum Saisonende werden sich die drei Großen einen erbarmungslosen Kampf liefern." Einen Vorgeschmack dürfte das Stadtderby zwischen Galatasaray und Besiktas am Wochenende bieten.

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