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Schreck am Nationalfeiertag

Dass auch ausländische Journalisten in Mexiko-Stadt nicht vor der allgegenwärtigen Kriminalität geschützt sind, haben vor ein paar Tagen Kollegen aus Lateinamerika schmerzlich zu spüren bekommen.

Dass auch ausländische Journalisten in Mexiko-Stadt nicht vor der
allgegenwärtigen Kriminalität geschützt sind, haben vor ein paar Tagen Kollegen aus
Lateinamerika schmerzlich zu spüren bekommen. Die mexikanische Regierung hatte
Reisejournalisten aus Ecuador, Venezuela und El Salvador anlässlich der
Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 15. September in die Hauptstadt eingeladen und
sie in einem halbfertigen Crown-Plaza-Hotel in einer Mittelklasse-Stadtteil
einquartiert.

Doch dort gab es für die Gäste ein böses Erwachen. Gegen 1 Uhr morgens
stürmten mindestens zehn schwarz gekleidete Männer mit Sturmgewehren das Hotel,
kappten den Strom und liefen zielgerichtet zu den Zimmern der Journalisten,
nachdem die wenigen Hotelangestellten im Keller des Neubaus außer Gefecht gesetzt
wurden. Da erst die beiden untersten Stockwerke in Funktion sind, war es nicht
schwer, die Opfer ausfindig zu machen. Das Überfallkommando nahm den
Journalisten alle Wertsachen ab, und kurz danach verschwanden die Räuber ebenso schnell
wieder, wie sie gekommen waren.

Die mexikanische Regierung entschuldigte sich und konnte die Journalisten
davon abbringen, Strafanzeige zu stellen. "Ich versuche, mich von diesem Ereignis
nicht in meinem Blick auf Mexiko beeindrucken zu lassen", sagte einer der
Reporter. Ob das nur eine höfliche Floskel oder ernst gemeint war, ist nicht
überliefert.

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