Schreckgespenst Japan
IWH besorgt über Deflationsrisiken für Deutschland

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht Deflationsrisiken für Deutschland. Die aktuelle Lage ähnele der frühen Deflationsphase in Japan, das schon seit einigen Jahren in der Abwärtsspirale stecke, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Trendbetrachtung des Instituts.

HB/dpa HALLE. In den USA und im Euroraum insgesamt sei dagegen die Furcht vor einer Deflation weitgehend unbegründet.

Unter Deflation wird die gefährliche Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Nachfrage verstanden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Anfang Mai in einer Studie auf weltweit gestiegene Deflationsrisiken aufmerksam gemacht.

Die Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA und im Euroraum lässt nach Meinung der Wirtschaftsforscher nicht erkennen, dass die Deflationsgefahr gewachsen sei. Zwar bewegten sich die Inflationsraten auf anhaltend niedrigem Niveau. Zu einem Deflationsrisiko komme es aber nur dann, wenn eine konjunkturelle Belebung ausbleibe.

In Deutschland gab es wie in Japan besonders schwere Einbrüche an den Aktienbörsen. Vor dem Hintergrund von Verlusten und Bilanzproblemen verfolgt der Bankensektor eine restriktive Kreditvergabe. Von der Geldpolitik könne Deutschland, etwa durch Zinssenkungen, nur begrenzte Hilfe erwarten, hieß es. Die Europäische Zentralbank sei für die Preisstabilität im gesamten Euroraum zuständig.

In der europäischen Einbindung Deutschlands mit einem Exportanteil von 36 % am Bruttoinlandsprodukt liegt nach IWH-Meinung aber auch die Chance, dem japanischen Weg zu entgehen. Die große Bedeutung der Auslandsnachfrage mache es weniger wahrscheinlich, dass sich über eine schwache Binnennachfrage eine deflationäre Abwärtsspirale entwickele. Das IWH appellierte an die Politik, durch geeignete Reformen das Vertrauen der Unternehmen und Haushalte zu stärken und die Binnennachfrage anzukurbeln.

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