Schreckschusspistole und Spiritusflaschen als Waffen
Busentführung hatte islamistischen Hintergrund

Die unblutig zu Ende gegangene Busentführung von Bremen hatte nach Angaben des Bremer Innensenators Kuno Böse (CDU) "eindeutig einen islamistischen Hintergrund". Die Eltern des 17 Jahre alten Jugendlichen hätten am Vortag bei der Polizei eine Vermisstenanzeige gestellt, sagte er am Freitagabend in Bremen. Sie hätten Briefe gefunden, aus denen hervorging, dass ihr Sohn sich in den Nahen Osten begeben wollte, um als "Gotteskrieger" gegen Israel zu kämpfen.

HB/dpa BREMEN. Der im Libanon geborene junge Mann war nach Böses Angaben im vergangenen Jahr eingebürgert worden und wohnte in Bremen. Er habe in einem Brief die Freilassung von islamischen Gefangenen verlangt. Diese sollten nach München gebracht werden, wo sie der Geiselnehmer mit dem Bus abholen und weiterfahren wollte. Der Entführer habe in dem Brief erklärt: "Jeder Widerstand ist zwecklos. Ich bin nicht allein. Sollte ich diese Mission nicht schaffen, dann liegen große Teile Hannovers in Schutt und Asche."

Der Mann habe in dem Brief weiter geschrieben, dass er mit einer Schusswaffe und einer chemischen Bombe bewaffnet sei. "Wenn die Bombe hochgeht, dann ist ein Umkreis von zwei Kilometern chemisch verseucht." Der Täter habe angegeben, es gebe einige Männer, die die Entführung verfolgten und aufpassten, dass er durchkomme.

Ein Polizeisprecher sagte am Abend, man habe den Täter während seiner Aktion nicht unterschätzen dürfen. Er habe nur eine Schreckschusspistole bei sich gehabt. Die Art der Pistole sei aber erst nach der Festnahme klar gewesen. Außerdem hatte er vier mit Spiritus gefüllte Flaschen dabei.

Das am Vormittag in Bremen begonnene Geiseldrama war am Nachmittag auf der Autobahn A sieben unblutig zu Ende gegangen. Der Täter hatte alle seine Geiseln freigelassen. Er ergab sich einem Sondereinsatzkommando der Polizei.

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