Schreiben aufgetaucht
Hutchison angeblich doch Verkäufer der T-Aktien

In einem Schreiben an das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel soll der bislang nicht genannte Investor erwähnt worden sein.

Reuters FRANKFURT. Die von der Deutschen Bank in der vergangenen Woche im Namen eines ungenannten Investors verkauften 44 Mill. Aktien der Deutschen Telekom stammen Zeitungsberichten zufolge doch von der Hongkonger Hutchison Whampoa. Dies gehe aus einem Schreiben der Bank vom 15. August an das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel und dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hervor, das der Zeitung vorliege, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagsausgabe). Dabei sei die Platzierung den Angaben der Bank zufolge professionell und marktschonend erfolgt und habe auch den Interessen der Telekom gedient. Auch die "Börsenzeitung" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, das Aktienpaket stamme von Hutchison.

Bei der Deutschen Bank war am Freitagmorgen zunächst niemand für eine Stellungnahme zu den Berichten erreichbar.

Der Kurs der T-Aktie ist seit dem Paket-Verkauf um mehr als 20 % eingebrochen, weil es am Finanzmarkt Befürchtungen gibt, mehrere hundert Mill. weiterer Aktien, die die Telekom im Zusammenhang mit Firmenübernahmen ausgegeben hatte, könnten in den kommenden Wochen und Monaten verkauft werden und damit den Kurs der T-Aktie weiter belasten.

In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hieß es unter Berufung auf das Schreiben der Deutschen Bank an die Aufsichtsbehörden weiter, die T-Aktien seien am 7. August auf Grund einer in der Nacht vom 6. auf den 7. August eingegangenen Kundenanfrage verkauft worden. Das Paket habe sich aus 35 Mill. auf Termin erworbenen und weiteren neun Mill. zur Absicherung einer Kaufoption erworbenen Stücken zusammengesetzt. Die Preisfindung habe auf dem Schlusskurs der T-Aktie im Xetra-Handel vom Tag zuvor von 24,21 Euro basiert. Zudem sei ein Preisabschlag von drei Prozent gegenüber dem Xetra-Kurs vorgesehen gewesen, womit sich ein Einstandskurs von 23,48 Euro ergeben habe.

Die Aktien seien dann am 7. August zwischen 08.00 Uhr und 10.15 Uhr Londoner Ortszeit angeboten worden, berichtete die Zeitung. In diesem Zeitraum sei auch der Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick von der Bank über den Verkauf unterrichtet worden. Die T-Aktie habe dann am dem Tag mit 23,37 Euro ein Prozent schwächer als am Vortag geschlossen. Telekom-Chef Ron Sommer hatte vor einigen Tagen erklärt, sein Unternehmen sei im Vorfeld nicht über den Verkauf unterrichtet worden.

Noch am Mittwoch dieser Woche hatte Whampoa einem Medienbericht zufolge erklärt, weiterhin seinen Anteil an der Telekom zu besitzen. "Wir halten 4,9 % (an der Deutschen Telekom)", hatte der Fernsehsender Hong Kong Cable Television den geschäftsführenden Direktor von Hutchison Whampoa, Canning Fok, zitiert. Dieser Kapitalanteil entspricht jenen 206,6 Mill. Aktien, die Hutchison Whampoa als Miteigentümer der US-Mobilfunkfirma VoiceStream von der Telekom bei der VoiceStream-Übernahme Ende Mai als Kaufpreis bekommen hat.

Die Telekom hatte der Deutschen Bank im Zusammenhang mit dem Verkauf des 44-Millionen-Aktien-Pakets eines nicht genannten Investors unmittelbar nach einer Kaufempfehlung "Arbeitsfehler" und "Instinktlosigkeit" vorgeworfen. Bislang ist es Unternehmenskreisen zufolge noch nicht zu einem Treffen hochrangige Vertreter der Telekom und der Bank gekommen, um die Angelegenheit und die weitere Zusammenarbeit zu beraten.


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