Schreiben zu der Schadenersatzklage
Belgische Regierung und Sabena verklagen Swissair

Die belgische Regierung und die in Konkurs gegangene Fluggesellschaft Sabena haben die zusammengebrochene Swissair Group auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt.

dpa BRÜSSEL. Wie der für Staatsbeteiligungen zuständige belgische Minister Rik Daems mitteilte, sei die Klage wegen Vertragsverletzungen des ehemaligen schweizerischen Geschäftspartners bei einem Gericht in Brüssel eingereicht worden. Nach unterschiedlichen Angaben vom Wochenende beträgt die Summe bis zu zwei Mrd. ?.

"Die SAirGroup und die SAirLines haben eine Reihe von vertraglichen und außervertraglichen Fehlern begangen", hieß es in einem von der Regierung und Sabena gemeinsam veröffentlichten Schreiben zu der Schadenersatzklage. Nach Ansicht von Daems hat sich Swissair unter anderem nicht an seine Verpflichtung für eine Kapitalaufstockung der Sabena gehalten. An der belgischen Fluggesellschaft waren die Swissair Group mit 49,5 % und der belgische Staat mit 50,5 % beteiligt.

Die belgische Sabena war als erste nationale Fluggesellschaft der Europäischen Union Opfer der Luftfahrtkrise geworden. Die zahlungsunfähige Traditions-Airline war am 7. November in Konkurs gegangen, der Flugbetrieb wurde komplett eingestellt. Es ist die größte Pleite in der belgischen Wirtschaftsgeschichte. Direkt nach dem Aus der Sabena hatte die ebenfalls zusammengebrochene Swissair in Zürich Schadenersatzansprüche der Belgier zurückgewiesen.

Probleme gibt es nach belgischen Zeitungsberichten auch bei der Sabena-Nachfolgegesellschaft Delta Air Transport (DAT). Bemühungen der Privatinvestoren, aus der DAT eine vollwertige Fluggesellschaft zu machen, kämen nicht voran, hieß es. Gleiches gelte für Pläne für einen Zusammenschluss von DAT und der britischen Airline Virgin Express. Trotzdem hätten sich bereits 600 Sabena-Piloten sowie 1000 Stewards und Stewardessen bei DAT beworben, obwohl sie dort 30 % weniger verdienten.

Die jüngste DAT-Werbekampagne mit Billigtickets für 50 ? zu europäischen Zielen ist nach den Meldungen ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Aus Angst, dass die Flüge gar nicht erst zu Stande kommen, wolle fast niemand die Tickets haben. Die Reiseagenturen böten lieber die Virgin-Tickets für 51 ? an. Außerdem gebe es Unstimmigkeiten auch unter den beiden Partnern.

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