Schreiber muss aussagen
Max Strauß muss wegen Schreiber-Affäre mit Anklage rechnen

Im Zusammenhang mit der Schreiber-Affäre droht dem Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU), Max Strauß, nach einem Zeitungsbericht noch in diesem Jahr eine Anklage wegen Steuerhinterziehung. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf bayerische Justizkreise in ihrer Donnerstagausgabe.

HB/dpa MÜNCHEN/AUGSBURG. Strauß steht seit längerem im Verdacht, vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber 5,2 Mill. DM (2,6 Mill. Euro) aus dem Verkauf von Airbus-Maschinen bekommen und nicht versteuert zu haben. Der Rechtsanwalt bestreitet die Vorwürfe. Seit mehr als sechs Jahren läuft gegen den Politiker-Sohn ein Ermittlungsverfahren. Das Geld soll möglicherweise ein Ersatz für missglückte Immobiliengeschäfte gewesen sein, die Schreiber für die Familie Strauß in Kanada tätigte.

Schreiber hatte bei seiner Vernehmung in Toronto überrascht, als er das eigentlich Strauß zugerechnete Schweizer Treuhandkonto "Maxwell" dem früheren CSU-Justiziar Franz Josef Dannecker und der CSU zuschrieb. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" ist die letzte Chance für Max Strauß, der drohenden Anklage zu entgehen, eine dementsprechende "fundierte, umfassende Aussage" des in Kanada lebenden Waffenhändlers. Um Schreibers Aussage verbindlich in die Wege zu leiten, habe die Strauß-Verteidigung von der zuständigen Staatsanwaltschaft Augsburg eine Frist bis Freitag erhalten.

Im Augsburger Schreiber-Prozess, bei dem Ende Juli zwei frühere Thyssen-Manager wegen millionenschwerer Schmiergelder im Zusammenhang mit einer Panzerlieferung nach Saudi-Arabien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren, hatte das Landgericht zwei Schweizer Rubrikkonten den Angeklagten zugeschrieben. Nach Überzeugung der Wirtschaftsstrafkammer hatte Schreiber die Konten mit den Decknamen "Jürglund" und "Winter" eingerichtet. Eine solche Bewertung als Treuhand-Verhältnis drohe nun auch Max Strauß, schreibt die Zeitung weiter.

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