Schreier betrachtet Heideldruck als Dax-Kandidat
Heideldruck-Vorstandschef: „Kurs über 70 Euro“

Bernhard Schreier, Heideldruck-Vorstandschef, hält am vorausgesagten Jahresüberschuss von 200 bis 220 Millionen Euro fest.

DÜSSELDORF. Herr Schreier, in den ersten neun Monaten des im März beendeten Geschäftsjahres brach der Gewinn vor Steuern um 50 Prozent ein. Der Kurs kletterte danach um 20 Prozent. Wissen die Aktienkäufer mehr, etwa über das vierte Quartal?

Bei Heidelberger Druckmaschinen ist das vierte immer ein starkes Quartal. Als im Herbst die Weltwirtschaft und mit ihr unser Umsatz zurückging, haben wir sofort Kosteneinsparungen ins Auge gefasst. Die Börse hörte einfach auf das, was angekündigt war.

Schaffen Sie denn den prognostizierten Jahresüberschuss von 200 Millionen bis 220 Millionen Euro?

Wir gehen weiter davon aus, unsere Prognose zu erreichen.

Ist damit wieder längerfristig die Ertragswende eingeläutet?

Wir haben das mit Personalabbau, Einsparungen bei laufenden Kosten und dem Verschieben von Investitionen erreicht. Die eingesparten 100 Millionen Euro werden sich nachhaltig auswirken.

War das Vorjahr nur ein Ausrutscher?

Die Druckbranche hängt eng an der Werbeindustrie. Die Ausgaben dafür werden im Abschwung am leichtesten reduziert. Die Druckaufträge werden geringer, die Druckereien verschieben ihre Investitionen. Für uns bedeutet 2001/02 eine Wachstumspause.

Wie ist denn 2002/03 angelaufen?

Einigermaßen erfreulich. Auf der Ipex, einer der großen vier Branchenmessen, die als Trendsetter fungieren, erhielten wir im April planmäßig Aufträge von rund 260 Millionen Euro. Wenn die US-Konjunktur zulegt, bin ich ganz zuversichtlich.

Das RWE hält 50 Prozent an Heideldruck und hat angekündigt, dieses Paket zu verkaufen. Nimmt die Börse das vorweg?

Wenn unser Streubesitz zunimmt, hilft das sicherlich der Aktie. Dann könnten Kurspotenziale freigesetzt werden. Das haben einige Investoren offenbar erkannt.

Sie sind Weltmarktführer, das KGV für 2002 beträgt 17. Welche Chancen räumen Sie dem Kurs ein?

Die Aktie ist auf keinen Fall zu teuer. Sollte sich durch einen möglichen Börsengang des RWE-Anteils erst einmal der Streubesitz erhöhen, ist Heideldruck ein Dax-Kandidat. Deshalb sehe ich Potenzial über unseren früheren Höchstkurs von 70 Euro hinaus.

Quelle: Wirtschaftswoche

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