Schrempp bleibt bei seiner schwammigen Gewinnprognose – 2002 soll unter dem Strich positiv ausfallen
Daimler-Aktionäre brauchen viel Geduld

Der Daimler-Chrysler-Konzern steht vor einer längeren Durststrecke. Daran ändert auch nichts, dass der Autohersteller 2002 sogar unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben will.

ajo STUTTGART. Laut Vorstandschef Jürgen Schrempp wird der Konzernumsatz dabei um 7 % auf 142 Mrd. Euro sinken. Schrempp: "Niemand geht davon aus, dass die Verschlechterung der Wirtschaftslage spurlos an diesem Haus vorübergehen kann."

Wegen des Milliardenaufwands für die Sanierung der US-Töchter Chrysler und Freightliner (Lkw) ist Daimler-Chrysler im vergangenen Jahr erstmals seit 1995 in die roten Zahlen geraten. Der Autohersteller weist einen Jahresfehlbetrag von 662 Mill. Euro aus. Im Jahr zuvor standen noch 7,9 Mrd. Euro Gewinn zu Buche. Die einzig wirklich erfolgreiche Sparte war 2001 Mercedes. Dennoch verteidigte Schrempp sein Konzept des Weltkonzerns: "Es gibt Leute, die, wenn sie operative Probleme nicht lösen können, die Strategie ändern. Wir haben vor, die Probleme zu lösen".

Der Konzernchef wiederholte seine Anfang Februar reduzierte Gewinnprognose: Demnach verschiebt sich das für 2002 genannte Ziel von 5,5 bis 6,5 Mrd. Euro Betriebsgewinn. Es werde zu einem "etwas späteren Zeitpunkt" erreicht. Entsprechend nebulös fiel die neue Gewinnprognose aus. Daimler werde das Doppelte des Betriebsergebnisses von 2001 "sehr deutlich" übertreffen, wiederholte Schrempp. Das würde eine untere Marke von 2,7 Mrd. Euro bedeuten. Mit Hinweis auf die großen Unsicherheiten der Wirtschaftsentwicklung lehnte es Schrempp ab, konkreter zu werden. In konzernnahen Kreisen hieß es, er habe nicht gewagt, von der Verdreifachung des Betriebsgewinns zu sprechen.

Die schwammige Formulierung der Prognose stiftet seit Anfang Februar Verwirrung. Der Aktienkurs hat seither fast 6 Euro oder gut 12 % verloren. Analysten kritisieren Schrempps Informationspolitik: "Das Zurückrudern ist eine Enttäuschung", sagte Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank.

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