Schriftsätze bei zuständigem US-Gericht eingereicht
Daimler-Chrysler fordert Abweisung der Kerkorian-Klage

Der deutsch-amerikanische Automobilkonzern Daimler-Chrysler hat gefordert, die milliardenschweren Schadenersatzklagen des früheren Chrysler - Großaktionärs Kirk Kerkorian ohne Beweisaufnahme abzuweisen.

Reuters STUTTGART. Drei bei dem zuständigen Bezirksgericht im US-Bundesstaat Delaware von Daimler-Chrysler eingereichte Schriftsätze belegten, dass Kerkorians Tracinda Corp. keinen begründeten Anspruch auf Schadenersatz habe, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Elf frühere Mitglieder des Chrysler-Boards einschließlich des ehemaligen Chairman Bob Eaton hätten unter Eid ausgesagt, dass der Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler 1998 als "Fusion unter Gleichen" geplant und so auch "buchstabengetreu" umgesetzt worden sei. Sie würden der Verschmelzung auch mit dem heutigen Informationsstand zustimmen.

Daher habe Daimler-Chrysler den Antrag gestellt, die über acht Milliarden Dollar lautende Klage in einem beschleunigten Verfahren ohne weitere Beweisaufnahme abzuweisen. Mit einer Entscheidung des Gerichts sei aber nicht vor dem 17. März zu rechnen. Der Konzern hatte die Vorwürfe stets als unbegründet bezeichnet.

Der US-Milliardär Kerkorian hatte die Klage im November 2000 eingereicht, nachdem Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp in einem Zeitungsinterview erklärt hatte, die Fusion mit Chrysler sei von vornherein als Übernahme und nicht als Zusammenschluss von Gleichen geplant gewesen. In diesem Fall hätte Daimler-Benz nach Ansicht Kerkorians den Chrysler-Anteilseignern mehr zahlen müssen. Das Bezirksgericht hatte die Klage vor rund einem Jahr grundsätzlich angenommen. Die Anwälte Kerkorians hatten seither Vorstände - unter anderem Vorstandschef Schrempp selbst - sowie führende Manager von Daimler-Chrysler ausführlichen Befragungen unterzogen, Daimler-Chrysler hatte das Gleiche mit Kerkorians Mitarbeitern gemacht.

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