Schritt zur Neuausrichtung des Unternehmens
B.I.S. kooperiert mit Wallstreet Online

Der Finanzinformationsdienstleister ist 1999/2000 in die Verlustzone gerutscht. Der Rückzug aus dem Geschäft in Singapur hat auf das Jahresergebnis empfindlich gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Die B.I.S. Börsen-Informations AG-Systeme hat mit der Wallstreet Online Trading GmbH eine Kooperation geschlossen und im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 einen Verlust im gewöhnlichen Geschäft verzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung erhalte Wallstreet Online eine Lizenz zur Nutzung der Internetsoftware "NetBis", sagte der neue B.I.S.-Chef Jürgen Schrollinger am Donnerstag in Frankfurt. Dies sei ein weiterer Schritt der Neuausrichtung des Unternehmens. Laut Schrollinger ist der Finanzinformationsdienstleister im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. September) beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (nach US-GAAP) mit 1,3 Millionen DM in die Verlustzone gerutscht, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 3,2 Millionen DM erzielt worden sei. Der Umsatz sei auf 34,8 (14,8) Millionen DM geklettert, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 2,1 (4,3) Millionen DM zurückgegangen.

Die am Frankfurter Neuen Markt notierte B.I.S.-Aktie legte bis zum Nachmittag zwei Prozent auf 13,95 Euro zu. In der Spitze verzeichneten die Werte ein Plus von mehr als zehn Prozent auf 15 Euro.

Wie Schrollinger sagte, ist der Verlust insbesondere mit dem Rückzug aus dem Geschäft in Singapur zu begründen, bei dem eine außerordentliche Abschreibung in Höhe von 1,5 Millionen DM entstanden sei. Im Oktober hatte b.i.s bekannt gegeben, die ein Jahr zuvor übernommenen 49 Prozent an der Mediawise Pte. Ltd., abzuschreiben. Nachdem b.i.s. im Juni mitgeteilt hatte, die ursprünglichen Planzahlen für das laufende Gesamtjahr 2000/01 nicht erreichen zu können, bezifferte Schrollinger nun das neue Umsatzziel mit 30 Millionen DM bei einem Gewinn der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,6 Millionen DM. 2001/02 solle der Gewinn der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dann auf 2,9 Millionen DM steigen bei einem Umsatz von 42 Millionen DM, sagte Schrollinger. "Diese Planungen werden wir erreichen", fügte er hinzu.

Das Kerngeschäft mit Data Broadcasting-Systemen (Datenrundfunk) entwickele sich positiv, sagte Schrollinger. Parallel baue B.I.S. weitere Geschäftsfelder aus, um in margenstarke Bereiche zu kommen. "Die Neuausrichtung war nötig, da wir im Data Broadcast-Geschäft unter Margendruck zu leiden hatten und die Kunden nicht in dem Maße gekommen sind, wie wir gedacht hatten", sagte Schrollinger.

"Wir wollen unsere Wertschöpfungskette vom B2B zu B2C ausbauen", sagte der Vorstandschef weiter. Die Kooperation mit Wallstreet:online sei ein erster Schritt. Künftig könnten Kunden Finanzinformationen auch über das Internet empfangen. Das gemeinsame Produkt, das auf Windows basiere, komme Anfang nächster Woche auf den Markt und werde zwischen 120 und 150 DM pro Monate kosten. Wallstreet Online ist den Angaben zufolge die führende Internet-Finanzgemeinschaft Deutschlands mit etwa 300 000 Nutzern.

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