Archiv
Schritt zurück

Das Konzept der nordrhein-westfälischen Landesregierung bringt die Diskussion um Studiengebühren nicht weiter: Nachdem die Bundesregierung per Gesetz beschlossen hat, dass das Erststudium gebührenfrei bleiben muss, will NRW jetzt durch die Hintertür bei den Studenten abkassieren.

Geplant ist, dass jeder Student künftig 50 Euro zusätzlich als sogenannte "Einschreibegebühr" berappen soll - jedes Semester. So mancher Student hätte sicherlich nichts dagegen, wenn das Geld den Universitäten und somit der eigenen Ausbildung zugute käme. Aber die Gebühren fließen nicht in die Kasse der Hochschulen: Das Finanzministerium plant, die Summen für sich selbst einzukassieren. Auch die 650 Euro, die zukünftig Langzeit- und Seniorstudenten zahlen sollen, werden voraussichtlich zur Sanierung der Landeskassen eingesetzt und nicht zur Verbesserung der Lehre.

Diese Idee ist absurd und bringt die dringend nötige Reform der deutschen Hochschulen kein Stück weiter. Nicht nur, dass die Universitäten von dem Geld nichts haben. Das Land setzt ein falsches Signal: Statt den Wettbewerb unter den Universitäten anzufeuern, bevormundet NRW seine Hochschulen.

Die Landesregierung darf sich nicht wundern, wenn sich jetzt Gegner und Befürworter von Studiengebühren zusammen tun und protestieren. Studenten, Rektoren, Dozenten gehen zu recht auf die Straße. Mit ihren Aktionen können sie vielleicht verhindern, dass das Hochschulwesen in Deutschland einen Schritt nach hinten macht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%