Schröder bestreitet bundespolitische Bedeutung
Wahlbeteiligung in Niedersachsen sehr schwach

Mit der bisher niedrigsten Wahlbeteiligung sind in Niedersachsen am Sonntag die Kommunalparlamente, Bürgermeister und Landräte neu gewählt worden. Bis 16.30 Uhr gaben nach Angaben des Landeswahlleiters nur knapp 43,4 % der 6,3 Mill. Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Reuters HANNOVER. "Das wird die niedrigste Wahlbeteiligung, die wir bislang in Niedersachsen hatten", hieß es gut eine Stunde vor Schließung der Wahllokale. Bereits 1996 war mit 64,5 % der Stimmen ein historischer Tiefstand erreicht worden. Eine der Ursache dürfte der Dauerregen in weiten Teilen Niedersachsens während des Wahltages gewesen sein.

Die im Land allein regierende SPD will erstmals seit 29 Jahren in den Gemeinden wieder landesweit stärkste Partei werden. Mit Spannung wurde der Ausgang der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Hannover erwartet, die seit über 50 Jahren von der SPD regiert wird. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der zusammen mit seiner Ehefrau Doris am Nachmittag in seiner Heimatstadt wählte, bestritt, dass der Ausgang der Kommunalwahlen eine bundespolitische Signalwirkung habe.

Insgesamt waren mehr als 2200 Gemeindevertretungen sowie 218 Bürgermeister und Landräte neu zu besetzen. Vor fünf Jahren lag die CDU landesweit mit 41,7 % vorn, die SPD erreichte 38,5 %, die Grünen kamen auf neun Prozent und die FDP auf 4,6 %. Von überregionaler Bedeutung sind die Direktwahlen in Hannover, Braunschweig und Oldenburg sowie die erstmalige Wahl eines Regionspräsidenten für den Großraum Hannover.

Spannung in Hannover

In der SPD-Hochburg Hannover bemüht sich der seit 1972 amtierende Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg um seine erneute Wiederwahl. Herausforderin des dienstältesten deutschen Oberbürgermeisters ist die CDU-Landtagsabgeordnete Rita Pawelski, die Schmalstieg vor fünf Jahren in der Stichwahl nur knapp unterlegen war.

Negative bundespolitische Einflüsse auf die Kommunalwahl und die Hamburg-Wahl in zwei Wochen sieht der Kanzler nach eigenen Worten derzeit nicht. Die politische Großwetterlage sei unverändert gut. Das gelte auch für die Bürgerschaftswahlen in Hamburg, wo die SPD Umfragen zu Folge erstmals seit Kriegsende in die Opposition geraten könnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%