Schröder betont Nahrungsmittelsicherheit
3 000 Aussteller auf der Anuga

Mit exotischen Fleischsorten, süßen neuen Backspezialitäten und raffinierten Öko-Kreationen lockt die weltweit größte Nahrungsmittelmesse Anuga nach Köln.

dpa-afx KÖLN. Die alle zwei Jahre präsentierte Schau mit rund 6 200 Ausstellern aus 95 Ländern ist am Samstag von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eröffnet worden. Bis zum 17. Oktober können sich Fachbesucher über neue Kreationen und Trends in Sachen Essen und Trinken informieren.

Schwerpunkte der Schau sind mit rund 3 000 Ausstellern die Themen Grundnahrungsmittel und Feinkost. Neben den klassischen Fleischsorten wie Rind und Schwein können Gourmet-Freunde dabei auch außergewöhnliche Häppchen wie Pastetchen vom Känguru oder Produkte von der namibischen Springbock-Antilope probieren. Gerade nach der BSE-Krise verzeichnet die Anuga laut Veranstalter einen Zuwachs bei in Mitteleuropa eher unbekannten Fleischsorten. Auch die Bio-Kost- Produkte würden in diesem Jahr mit 700 Ausstellern stark nachgefragt.

"Kaviar aus Sojabohnen"

Bei Fisch bietet die Messe ebenfalls Exotisches wie etwa "Kaviar aus Sojabohnen" und "Thunfisch aus dem Beutel", der ohne Dosenöffner direkt aus der Tüte gegessen werden kann. In puncto Süßes können die Besucher neues Gebäck probieren, Freunde von Soßen und Gewürzen Brennnessel-Senf kosten.

Die Messe ist nach den Terroranschlägen in den USA unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gestartet. Allerdings hätten lediglich fünf Aussteller ihre Teilnahme an der Schau abgesagt, sagte eine Anuga-Sprecherin. In seiner Eröffnungsrede zeigte sich Schröder nach den Anschlägen in den USA davon überzeugt, dass der Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen ist. Niemand könne der zivilisierten Welt bestimmte Lebensbedingungen aufzwingen.

Mit Blick auf die Lebensmittel-Skandale betonte Schröder die Notwendigkeit von sicheren Nahrungsmitteln. "Nach BSE ist das Bewusstsein für sichere und kontrollierte Nahrungsmittel gestiegen", sagte Schröder. Inzwischen seien Lücken bei den entsprechenden Kontrollen geschlossen worden. Mit der Gründung der "Qualität und Sicherheit GmbH" wurde zum Auftakt der Anuga ein offizielles Gütesiegel für Lebensmittel in Deutschland eingeführt.

Künast kostete Köstlichkeiten

Auf einem zweistündigen Rundgang durch die Messehallen ließ sich Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen. Einige Kostproben von Geflügelsalami und Steppenkäse genoss Künast mit Mineralwasser und Bier aus deutschen Landen. Zuvor waren ihr von der Umweltschutzorganisation Greenpeace Unterschriften von 350 000 Menschen überreicht worden, die sich für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und Massentierhaltung aussprechen.

Nach Einschätzung der Lebensmittelbranche vertrauen die Deutschen seit den Nahrungsmittelkrisen zunehmend auf Öko-Produkte. Allein die Kölner Handelsgruppe Rewe berichtete anlässlich der Anuga, dass sich im vergangenen Jahr der Umsatz mit Obst und Gemüse aus ökologischem Landbau fast verdoppelt habe. Ausgerechnet beim skandalumwitterten Fleisch habe sich das Umdenken zu Gunsten der Biokost allerdings noch nicht durchgesetzt, sagte Rewe-Chef Hans Reischl. Nach dem Prinzip "Masse statt Klasse" griffen die Verbraucher immer noch gern zu billiger Ware. Daher halte er den von Künast angestrebten Öko-Anteil von durchschnittlich 20 % in den nächsten zehn Jahren für unerreichbar.

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