Schröder eröffnet Cebit
Greencard soll nachgebessert werden

Gerhard Schröder will den Wettkampf um die "besten Köpfe" gewinnen. Der Bundeskanzler kündigte eine weitere Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Spitzenkräfte aus dem Ausland an. Analyse: Branche zwischen Euphorie und Depression

dpa HANNOVER. "Die Greencard war ein erster wichtiger Schritt, um dem Arbeitsmarkt in Deutschland weitere Impulse zu geben. Weitere müssen und werden folgen", sagte Schröder am Mittwoch in Hannover bei der Eröffnung der Computermesse Cebit.

Gut 8 100 Aussteller aus mehr als 60 Ländern wollen ihre Angebote auf der Cebit präsentieren - mehr als jemals zuvor. Die Anbieter erhoffen sich ungeachtet der getrübten Konjunkturaussichten wichtige Impulse für die Computer- und Telekom-Wirtschaft.

Arbeitsmarktorientierte Zuwanderung

Schröder sagte, es müsse beispielsweise in Deutschland "hervorragend ausgebildeten ausländischen Studenten" des Maschinenbaus oder der Naturwissenschaften ermöglicht werden, hier zu arbeiten. "Wenn wir den Wettbewerb um die besten Köpfe nicht verlieren wollen, brauchen wir in Deutschland eine sachliche und sachkundige Diskussion über eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung", forderte er.

In diesem Zusammenhang werde auch über die derzeitige Fünf-Jahres-Frist bei der Erteilung der Greencard zu reden sein. Laut Schröder wurden bislang 6000 Greencards vergeben, zwei Drittel der Arbeitserlaubnisse kamen Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten zu Gute. Nach Einschätzung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) fehlen mittelfristig jährlich rund 30 000 akademische Fachkräfte.

In Deutschland rechnet der IT-Branchenverband Bitkom für das laufende Jahr nur noch mit einem Plus des Marktvolumens in Höhe von 8,7 % nach 11,1 % 2000, als ein Umsatz von 240,9 Mrd. DM (123,2 Mrd. Euro) verbucht wurde. Wie Bitkom-Präsident Volker Jung sagte, dürfen die Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, "dass die Lage zurzeit schwieriger ist als noch vor einem Jahr". Schwache Märkte in Übersee führten zu steigendem Preisdruck.

Mobile Kommunikation als Wachstumsmotor

Die mobile Kommunikation ist laut Bitkom absoluter Wachstumsmotor und werde 2001 um 20 % auf 51,2 Mrd. DM wachsen. Viag Interkom kündigte an, zur Kostensenkung und schnellen Markteinführung der neuen schnellen Mobilfunkgeneration UMTS ihr Netz zu öffnen.

Die Gewinne im weltweiten Geschäft mit mobiler Kommunikation werden sich nach Berechnungen des finnischen Technologiekonzerns Nokia in den kommenden sechs Jahren weltweit nahezu verdreifachen. Im Jahr 2000 seien 340 Mrd. Euro (665 Mrd. DM) erzielt worden, 2006 sollen es bereits 980 Mrd. Euro sein, sagte der für mobile Netzwerke zuständige Manager JT Bergqvist. Im Jahr 2002 werden nach Schätzung des Handy-Produzenten Ericsson mehr als eine Milliarde Menschen mobil telefonieren.

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