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Schröder freut sich auf Rice - Bolton als Vize?

Bundeskanzler Gerhard Schröder freut sich auf die Zusammenarbeit mit der künftigen US-Außenministerin Condoleezza Rice. Er sehe der Zusammenarbeit mit der bisherigen US-Sicherheitsberaterin „durchaus gerne entgegen“, sagte der Kanzler der Wochenzeitung „Die Zeit“.

dpa BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder freut sich auf die Zusammenarbeit mit der künftigen US-Außenministerin Condoleezza Rice. Er sehe der Zusammenarbeit mit der bisherigen US-Sicherheitsberaterin "durchaus gerne entgegen", sagte der Kanzler der Wochenzeitung "Die Zeit".

Den ausscheidenden Ressortchef Colin Powell wird Schröder nach eigenen Angaben vermissen. Powell kenne Deutschland und sei dem Land freundschaftlich verbunden. Nach den Worten von Außenminister Joschka Fischer war die Zusammenarbeit mit Rice als Sicherheitsberaterin "vertrauenvoll, eng und immer hervorragend". "Ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft so sein wird". Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth Grünen wertete die Nominierung von Rice als Chance für einen Neubeginn in der amerikanischen Außenpolitik. Fischers französischer Kollege Michel Barnier erklärte am Mittwoch: "Rice ist eine Frau mit Charakter." Er gehe davon aus, dass Paris zu Washington "dieselben Beziehungen wie zuvor" haben werde.

Unterdessen wurde in Washington mit Spannung die Entscheidung der designierten Außenministerin über ihren Stellvertreter erwartet. Im Gespräch dafür war der Staatssekretär für Rüstungskontrolle, John Bolton. Er gilt als einer der einflussreichsten Hardliner und Architekt der kompromisslosen Nordkorea- und Iranpolitik.

Bolton hatte sich mehrfach abschätzig über die Vereinten Nationen geäußert und wird der einflussreichen Gruppe der Neokonservativen zugerechnet. Er würde Richard Armitage ersetzen, einen engen Vertrauter des bisherigen Außenministers Colin Powell. Armitage hatte seinen Rücktritt einen Tag nach Powell eingereicht.

Neben Rice muss auch ihr bisheriger Stellvertreter und Nachfolger Stephen Hadley nach neuem Personal suchen. Die wegen der engen Beziehung zwischen Rice und Bush außerordentlich hervorgehobene Position des Sicherheitsberaters dürfte sich unter Hadley ändern, meinen Beobachter. Der 57-Jährige ist ein Karrierebeamter.

Präsident George W. Bush hatte Rice am Vortag nominiert. Die 50 Jahre alte Politikwissenschaftlerin gehört zu den entschiedenen Verfechtern der offensiven US-Außenpolitik und des Irakkriegs. Sie muss noch vom Senat bestätigt werden, was bei der republikanischen Mehrheit aber als reine Formsache gilt.

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