Schröder ist von Münteferings Glaubwürdigkeit überzeugt
Müntefering denkt nicht an Rücktritt

Sobald der Wahlkampfnebel verflogen sei, werde sich "herausstellen, dass ich mich korrekt verhalten habe", sagte er am Dienstagabend im ZDF.

dpa BERLIN. Ihm wird vorgeworfen, vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages verschwiegen zu haben, dass es die Liste eines Wirtschaftsprüfers mit den Namen der Empfänger von fingierten Spendenquittungen gab. Müntefering bekräftigte seine Sichtweise, dass es sich bei der Liste für die Aufklärung der Affäre lediglich um eine Baustein gehandelt habe, dessen Wahrheitsgehalt noch nicht überprüft und der deshalb nicht belastbar gewesen sei. "Es war keine brisante Liste", sagte er. Er wies den Verdacht von sich, sie verschwiegen zu haben, um seine Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht zu gefährden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte seinen Generalsekretär am Dienstag erneut in Schutz genommen. Es gebe "keine Zweifel" an seiner Glaubwürdigkeit, sagte Schröder Teilnehmerberichten zu Folge vor der SPD-Bundestagsfraktion.

Auch die Fraktionschefin der Grünen, Kerstin Müller, stellte sich vor den SPD-Generalsekretär. "Ich kann im Verhalten Münteferings keinen Fehler erkennen", sagte sie in Berlin. Der Grünen-Obmann im Untersuchungsausschuss, Hans-Christian Ströbele, sprach sich indes für eine erneute Ladung Münteferings vor den Ausschuss aus. Der Generalsekretär habe bei seinem ersten Auftritt am 21. März "nicht vollständig informiert", sagte er im Deutschlandfunk.

Kritik kam erneut von der Union. Sie warf Müntefering vor, ganz "offensichtlich" zu lügen. Die Aufklärung der Spendenaffäre durch die Liste des früheren Kölner SPD-Schatzmeisters Manfred Biciste werde verzögert, erklärte Fraktionschef Friedrich Merz. CSU - Landesgruppenchef Michael Glos sagte, Müntefering werde es nicht mehr schaffen, aus dieser Affäre herauszukommen.

Der Ausschuss-Obmann der FDP, Max Stadler, sagte der "Sächsischen Zeitung" (Dienstag): "Man fasst sich wirklich an den Kopf, dass die SPD auch kein besseres Krisenmanagement hat als die CDU bei ihrer damaligen Spendenaffäre." Von Müntefering hätte man erwarten müssen, dass er im Ausschuss auf die Liste des Wirtschaftsprüfers Dieter Menger hinweise. Wenn er gesagt hätte, die Liste müsse noch überprüft werden, "dann wäre die Sache in Ordnung gewesen", sagte der FDP - Politiker.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%