Schröder jetzt wieder beliebtester Politiker
Politbarometer: SPD im Aufwind

In der Wählergunst hat die SPD nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer die Unionsparteien wieder weit hinter sich gelassen. In der aktuellen politischen Stimmung hat die SPD mit 46 % die CDU/CSU (39 %) überholt. Im Juni hatte die Union mit 44 zu 35 % erstmals seit der CDU-Spendenaffäre vor den Sozialdemokraten gelegen. Zudem ist Schröder jetzt seit mehr als einem Jahr wieder beliebtester Politiker.

dpa MAINZ. Auch bei der Sonntagsfrage, bei der längerfristige Bindungen der Wähler und taktische Überlegungen eine größere Rolle spielen, liegt die SPD mit 40 % (plus zwei Punkte) nun erneut an der Spitze. Die Union käme auf 38 % (minus eins). Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielten danach die Grünen fünf Prozent der Stimmen (minus eins), die FDP bekäme unverändert sieben und die PDS wieder fünf Prozent. Damit liegt die rot-grüne Koalition gleich auf mit Schwarz-Gelb. Bei einer Emnid-Umfrage für den Privatsender n-tv käme die SPD ebenfalls auf 40 %, die Union sogar nur auf 35 %. Von rund 1 000 Befragten sprachen sich dabei acht Prozent für die FDP (minus eins) sowie unverändert sechs für die Grünen und fünf Prozent für die PDS aus.



Schröder an der Spitze



Beliebtester Politiker ist wieder Bundeskanzler Schröder; das letzte Mal war er im Mai 1999 an der Spitze. Er erhält auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf einen Durchschnittswert von 1.9 (Juni 1.4). Ihm folgt Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit 1.8 (Juni 1.4). Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) - im Juni noch beliebtester Politiker - kommt mit 1.8 (Juni 2.0) nur noch auf Platz drei. CDU-Chefin Angela Merkel hat sich deutlich verschlechtert 1.4 (Juni 1.8) und Finanzminister Hans Eichel (SPD) verbessert 1.2 (Juni 0.8).



Die zehn wichtigsten Politiker



In der Liste der zehn wichtigsten Politiker, die alle drei Monate erfragt wird, gibt es im Juli zwei Veränderungen: Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ist wieder verzeichnet und auch der nordrhein-westfälische FDP-Chef Jürgen Möllemann nach knapp zehn Jahren wieder dabei. Nicht mehr unter den Top Ten sind der ehemalige CDU-Chef Wolfgang Schäuble und der PDS-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi.

Rund 55 % der Wähler glauben, dass die SPD derzeit voll hinter Schröder steht. 37 % der Befragten antworteten mit "nein". Die CDU steht dagegen nur nach Meinung von 23 % hinter deren Chefin Merkel. 64 % glauben das nicht. Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Frage nach der Zerstrittenheit von SPD und CDU - im Vergleich zum Dezember 1999 hat sich das Bild geradezu umgekehrt. "Eher zerstritten sei die SPD", meinten im Dezember 1999 noch 61, jetzt nur noch 31 %. "Eher zerstritten sei die CDU", meinten im vergangenen Dezember 35, jetzt 65 %.



Oppositionsstrategie der CDU



Zur künftigen Oppositionsstrategie meinen nach dem Misserfolg der Union im Steuerstreit nur 22 %, dass "sie die Regierung möglichst hart kritisieren" soll. 64 % sind indes dafür, dass die Opposition die Regierung "wirksam unterstützen" soll. Keine Meinung haben 14 %. Eine weitgehende Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften befürwortet die Hälfte der Wähler, 45 % sind dagegen, fünf Prozent unentschieden. Dafür sind bei den Anhängern der SPD 59 %, bei der CDU/CSU 32 %, bei den Grünen 84 %, bei der FDP 46 %, bei der PDS 64 %.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 24. bis 27. Juli 1 255 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz beträgt bei den großen Parteien 2,7, bei den kleineren rund 1,4 %punkte.

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