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Schröder kann Beschäftigungsziel kaum noch erreichen

Für den Bundeskanzler wird es immer schwieriger, die Arbeitslosenzahl im Wahljahr 2002 wie angekündigt auf unter 3,5 Millionen zu senken.

asr/dc/huh BERLIN/DÜSSELDORF. Nach übereinstimmender Prognose der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände waren Ende Mai in Deutschland 3,7 Millionen Arbeitslose registriert, rund 170 000 weniger als im April. Die übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fiel damit geringer aus als im Vorjahr. Die offiziellen Zahlen für Mai gibt die Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag bekannt.

Arbeitsmarktexperten rechnen nun nicht mehr damit, dass sich die Arbeitslosenzahl im kommenden Jahr dauerhaft unter Schröders Zielmarke drücken lässt. "Im Jahresdurchschnitt 2002 wird die Arbeitslosigkeit über 3,5 Millionen liegen", sagte der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Rüdiger Pohl. Auch Wolfgang Franz, Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, hält das Ziel nur für "sehr schwer erreichbar". In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute noch mit einem Jahresdurchschnitt von 3,47 Millionen gerechnet.

Reform der Arbeitslosenstatistik

Nicht ausgeschlossen ist nach Ansicht der Experten, dass die Arbeitslosenzahl im Wahljahr kurzfristig unter Schröders Zielmarke sinken könnte. Dies sei auch "unter Berücksichtigung möglicher statistischer Korrekturen noch erreichbar", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Horst Siebert, dem Handelsblatt. Er spielt damit auf die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Arbeitslosenstatistik an.

Die Arbeitslosenzahlen erreichen stets im Herbst die niedrigsten Werte im Jahresverlauf. Im Oktober 2000 waren sie bereits auf 3,6 Millionen gefallen, zum Jahreswechsel aber wieder auf 4,3 Millionen gestiegen.

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