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Schröder lobt problemfreies Verhältnis zu Indien

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in Indien dafür plädiert, bei der Lösung von Konflikten auf die UN zu setzen. „Kein Land der Welt ist heute in der Lage, die neuen Herausforderungen alleine zu meistern.

dpa NEU DELHI. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in Indien dafür plädiert, bei der Lösung von Konflikten auf die UN zu setzen. "Kein Land der Welt ist heute in der Lage, die neuen Herausforderungen alleine zu meistern.

Wir brauchen hierfür ein starkes und multilaterale System - das auf die Stärke des Rechts und nicht auf das Recht des Stärkeren setzt", sagte Schröder am Donnerstag zum Abschluss eines zweitägigen Indien-Besuches vor der Rajiv-Gandhi-Stiftung in Neu Delhi. Für eine solche Politik des "Multilateralismus" gebe es nur einen einzigen angemessenen Ort: Die Vereinten Nationen.

Schröder hatte vor dem Gespräch mit Sonia Gandhi, der Witwe des 1991 ermordeten Rajiv Gandhi, den Wunsch beider Länder nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekräftigt. "Ein reformierter Sicherheitsrat muss die Realitäten der Welt von heute widerspiegeln." Der Bundeskanzler warnte in einer Rede vor einseitiger Kritik an der Globalisierung, die auch armen Ländern neue Perspektiven biete. "Eine Globalisierung mit menschlichem Maß muss das Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen sein." Er bedauerte, dass trotz aller Fortschritte die Gräben zwischen Arm und Reich noch längst nicht überwunden seien. "Wir müssen verhindern, dass die Welt in Globalisierungs-Gewinner und Globalisierungs-Verlierer zerfällt." Gerade ärmere Länder müssten bessere Zugänge zu den Märkten erhalten.

Mit dem indischen Premierminister Manmohan Singh vereinbarte der Bundeskanzler, dass der Handel zwischen beiden Ländern innerhalb von fünf Jahren auf jährlich zehn Mrd. Euro verdoppelt werden soll. Beide Politiker wollten persönlich darauf achten, dass Handelshemmnisse beseitigt werden. "Wir sind noch längst nicht am Ende der Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit", sagte Schröder. Es gebe nun "eine strategische, langfristig angelegte Partnerschaft" zwischen Indien und Deutschland. "Wir betrachten Indien als einen wichtigen Partner nicht nur in der Region, sondern in der internationalen Politik überhaupt." Es gebe keine bilateralen Probleme zwischen beiden Ländern.

Den Annäherungsprozess, den die verfeindeten Nachbarn Indien und Pakistan eingeleitet haben, bezeichnete Schröder in einer Rede vor dem Besuch bei Sonia Gandhi als "für die gesamte Region und darüber hinaus wichtig." Er habe die Regierung in Neu Delhi ermutigt, "auf dem Weg des Dialogs und der Vertrauensbildung voranzuschreiten". Das werde er auch in Pakistan sagen, wo er am Wochenende ist. "Niemand kann ein Interesse an einem Rüstungswettlauf in Südasien haben." Ein besonderes Risiko für Frieden und Stabilität erwachse aus der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Das Risiko, dass terroristische Gruppen sich solche Waffen verschafften, sei nicht geringer geworden." Daher müssten die Instrumente der Rüstungskontrolle gestärkt werden.

Der Bundeskanzler hatte zuvor am Rajghat, der Einäscherungsstätte des 1948 ermordeten Mahatma Gandhi, einen Kranz niedergelegt. Schröder reiste am Donnerstag nach Vietnam weiter. Er nimmt dort am 5. Asien-EU-Gipfeltreffen teil. Anschließend stehen noch Pakistan und Afghanistan auf dem Programm seiner sechstägigen Asienreise.

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