Schröder rückt von Wachstumsprognose ab
Debatte über kommende Lohnrunde geht weiter

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rückt von der bisherigen Wachstumsprognose der Bundesregierung von rund 2,75 Prozent ab. Insgesamt sieht Schröder die deutsche Wirtschaft aber trotz der schlechteren Erwartungen weiter auf einem "robusten Wachstumspfad".

ddp/vwd BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rückt von der bisherigen Wachstumsprognose der Bundesregierung von rund 2,75 Prozent ab. "Nach dem, was die Institute jetzt gesagt haben, scheint das schwer erreichbar", sagte Schröder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Während der Kanzler es jedoch zugleich ablehnte, sich auf eine neue Prognose festzulegen, berichtet das Magazin unter Berufung auf Regierungsexperten, es zeichne sich bereits eine Absenkung um einen halben Prozentpunkt auf rund 2,25 % ab.

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsinstitute hatten am Dienstag ihre Wachstumsprognose für 2001 von 2,7 % auf 2,1 % reduziert. Für die anstehende Tarifrunde hatten die Konjunkturforscher angesichts des verlangsamten Aufschwungs "moderate" Lohnabschlüsse gefordert, die am jeweiligen Produktionsniveau orientiert sein müssten.

Vor dem Hintergrund sprach sich der Kanzler für eine "sehr vernünftige Tarifpolitik" aus. Insgesamt sieht Schröder die deutsche Wirtschaft aber trotz der schlechteren Erwartungen weiter auf einem "robusten Wachstumspfad". Grundlegende Korrekturen im Kurs der Regierung wie ein Vorziehen der nächsten Stufe der Steuerreform lehnte er ab.

Gegen überhöhte Lohnabschlüsse wandte sich indirekt Bundesbankpräsident Ernst Welteke. Die Tarifabschlüsse spielten eine "wichtige Rolle" bei der Weiterführung des Wirtschaftswachstums, sagte Welteke der "Bild"-Zeitung. Die Lohnrunden im vergangenen Jahr seien "beschäftigungsorientiert und auch stabilitätskonform" gewesen. "Ich hoffe, dass es so weitergeht", betonte der Bankchef. Dagegen sieht der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, "durchaus Zündstoff" in der kommenden Tarifrunde. Abschlüsse unter dem Produktivitätszuwachs seien nicht vertretbar, sagte der Verdi-Chef in Nürnberg.

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