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Schröder telefoniert erstmals mit Berlusconi

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am Donnerstag erstmals mit dem designierten italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi telefoniert.

dpa BERLIN/ROM. Wie die Bundesregierung mitteilte, ging die Initiative von Berlusconi aus. Der Wahlsieger vom vergangenen Sonntag habe den Kanzler über die nächsten Schritte der Regierungsbildung in Rom informiert. Von Seiten der deutschen Opposition ging die Kritik an Schröder wegen seines zurückhaltenden Verhaltens nach dem Sieg des Mitte- Rechts-Bündnisses in Italien weiter. Schröder hatte den Wahlsieg Berlusconis in einer ersten Reaktion lediglich "zur Kenntnis genommen", aber nicht gratuliert.

Inzwischen gratulierte US-Präsident George W. Bush Berlusconi in einem Telefonat zum Wahlsieg. Wie das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, hätten die beiden ein "freundschaftliches" Gespräch geführt. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber sagte, Schröders verhaltene Reaktion auf den Sieg Berlusconis sei kein guter Stil. Er warf dem Kanzler und SPD-Chef in der "Westdeutschen Zeitung" vor, seine Gunst nach politischer Nähe zu sortieren. "Das ist kein Ausdruck von Souveränität."

Glückwunsch erst zur Amtsübernahme

Der Kanzler hatte zuvor in München gesagt, er habe sich an die diplomatischen Gepflogenheiten gehalten. Berlusconi sei noch nicht Ministerpräsident. Sobald dies der Fall sei, werde er gratulieren. Glückwünsche vor der Wahl seien nur unter Parteien üblich, die einander nahe stünden. "Das ist bei Herrn Berlusconi nun wahrlich nicht der Fall."

Schröder drückte in dem Telefonat vom Donnerstag den offiziellen Angaben zufolge die Hoffnung aus, dass Italien weiter ein konstruktiver und engagierter europäischer Partner bleibt. Insbesondere in diesem Bereich wolle man auf der traditionell engen deutsch-italienischen Zusammenarbeit aufbauen, hieß es in der Mitteilung.

Der Wahlausgang in Rom war nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen EU-Hauptstädten mit Zurückhaltung aufgenommen worden. Auch die schwedische Außenministerin Anna Lindh hatte nicht gratuliert. Schweden hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

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