Schröder und Schmidt sprechen mit Ärzteschaft - Bildung von<P> nationalen Ethikrat vorgeschlagen
Regierung und Ärzte weitgehend einig bei Humangenetik

Bundesregierung und Ärzteschaft sind sich im Umgang mit der Humangenetik weitgehend einig. Es bestehe Konsens, dass ethisch verantwortbare Potenziale der Gentechnik für die Behandlung von Krankheiten genutzt werden sollten, teilte am Donnerstag das Bundespresseamt nach einem Gespräch zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sowie Vertretern der Ärzteschaft mit.

ap BERLIN. Schröder habe bekräftigt, dass Deutschland weiterhin auf die Forschung mit adulten Stammzellen setze, hieß es. Außerdem sei die Bildung eines nationalen Ethikrates vorgeschlagen worden.

Bereits vor dem Gespräch hatte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit an einer begrenzten Öffnung der Präimplantationsdiagnostik (PID) erklärt. Die PID, mit der Embryonen im Reagenzglas auf genetische Schäden untersucht werden können, müsse allerdings so eng wie möglich auf Familien mit genetisch bedingten Krankheiten beschränkt werden, sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Wenn man zu der Auffassung gelange, dass sie rechtlich zulässig sei, könne dies über die Richtlinien so geregelt werden, "dass wir nicht in ethisch bedenkliche Dimensionen vordringen".

Gegen das Klonen von Menschen wandte sich der saarländische Ministerpräsident Peter Müller. "Der Zweck heiligt nicht die Mittel, auch nicht beim Klonen menschlicher Embryonen", sagte der CDU-Politiker in der "Märkischen Allgemeinen". "Ansonsten könne man auch die Menschenversuche des Herrn Mengele in Auschwitz durch das Ziel rechtfertigen." Es sei nicht zu verantworten, dass sich Forscher durch Veränderungen an Erbanlagen "quasi als Schöpfer menschlichen Lebens betätigen".



Ärzteschaft fordert Ende der Budgetierung



Führende Ärztevertreter forderten erneut ein Ende der Budgetierung im Gesundheitswesen. Außerdem plädieren nach Auskunft des Bundespresseamtes Ärzteschaft und Bundesgesundheitsministerium für die Aufnahme von Gesprächen, um mögliche Regelungen in der Gesundheitspolitik noch in dieser Legislaturperiode zu erreichen. In den Unterredungen solle auch vorurteilsfrei geprüft werden, ob bestehende Regelungen, wie beispielsweise das Honorar- und Arzneimittelbudget, durch andere sinnvolle Alternativen abgelöst werden könnten.

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Hans-Jürgen Thomas, sagte im Deutschlandradio, Krankheit lasse sich nicht einengen oder begrenzen. Er sprach sich dafür aus, die Eigenverantwortung der Patienten zu stärken, damit die moderne Medizin finanzierbar bleibe. Demnach sollte jeder die Solidargemeinschaft nur für Risiken in Anspruch nehmen, die kein Mensch alleine tragen könne.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%