Schröder weist auf Balkan-Engagement hin
USA mit deutschem Beitrag zufrieden

Die Vereinigten Staaten bestehen nicht darauf, dass Deutschland die geplante UN-Friedenstruppe für Afghanistan anführt. Er sei erfreut, dass die Bundesrepublik bereit sei, einen Beitrag zu leisten, obwohl sie bereits auf dem Balkan mit 8 000 Soldaten engagiert sei, beschied sich US-Außenminister Colin Powell am Montag nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) in Berlin.

afp BERLIN. Stunden zuvor war Deutschland von US-Seite noch neben Großbritannien als potenzielle Führungsmacht für die Truppe genannt worden. Schröder wies auf das deutsche Balkan-Engagement hin. "Ungeachtet dessen" sei Deutschland bereit, seinen Beitrag in Afghanistan zu leisten, wenn die UNO dies wünsche.

Einig waren sich der Bundeskanzler und der US-Außenminister nach eigenem Bekunden darüber, dass eine internationale Friedenstruppe mit klarem UN-Mandat notwendig sei, um die auf dem Petersberg bei Bonn beschlossene Übergangsregierung zu schützen. Ihre Mission werde sich deutlich vom Kampfauftrag der US-Truppen in Afghanistan unterscheiden, sagte Powell. "Zugleich gehe ich davon aus, dass sie eng kooperieren werden." Schröder sagte, die "Sie müssen weitergeführt werden, bis das Taliban-Regime endgültig überwunden, Bin Laden gefangen und seine El-Kaida-Strukturen zerstört sind."

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