Schröder wirbt um Unterstützung
Mai-Kundgebungen vor dem Streik

Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat bei einer 1. Mai-Kundgebung die Unterstützung der Gewerkschaften gefordert, während die Arbeitnehmervertreter eine gerechtere Verteilung der Gewinne anmahnten.

Reuters BERLIN/LEIPZIG. "Das Glas ist nicht voll und die Wegstrecke ist noch nicht zurückgelegt, aber die Hälfte haben wir geschafft und alles braucht seine Zeit, deshalb erwarte ich von den Gewerkschaften eine Unterstützung für den Kurs der Gerechtigkeit und Modernisierung", sagte Schröder auf der zentralen Kundgebung des DGB in Leipzig. Während Gewerkschaftschefs in 1. Mai-Reden auch mit Blick auf den Metall-Tarifkonflikt höhere Löhne forderten, mahnten Arbeitgeber, von überzogenen Lohnforderungen abzusehen.

Schröder betonte, die rot-grüne Koalition habe die Rechte der Beschäftigten gestärkt. "Manch einer hier auf dem Platz macht es sich sehr einfach, wenn er sagt, es muss immer noch mehr gemacht werden", sagte er unter vereinzelten Pfiffen der rund 5000 Versammelten. Er verwies auf den verbesserten Kündigungsschutz, die gestärkte Betriebsverfassung sowie den Erhalt der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dies sei abzusichern, sagte er mit Blick auf die Bundestagswahl.

"Die Nase voll von Lohnverzicht"

DGB-Chef Dieter Schulte forderte in Leipzig eine zügige Angleichung der Ost-Löhne an das Westniveau. Er habe kein Verständnis dafür, dass "wir auch von besorgten Freunden hören müssen, wir könnten im Wahljahr nicht streiken". Schröder hatte wiederholt moderate Lohnabschlüsse angemahnt. IG Metall-Chef Klaus Zwickel forderte in Berlin eine faire Beteiligung am Produktionsfortschritt. Andernfalls würden sie ihn mit Streik erkämpfen.

"Hohe Lohnforderungen sidn unsolidarisch"

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, forderte: "Auch die Gewerkschaften sollten überlegen, wie wir den Kuchen größer backen, bevor sie an das Verteilen denken." Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte, überzogene Lohnforderungen sein unsolidarisch, da da sie den Aufschwung gefährdeten und sich so gegen die Arbeitslosen richteten. Zu den 500 Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum 1. Mai hatten sich nach Angaben eines DGB-Sprechers bundesweit rund 500 000 Menschen versammelt.

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