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Schröder zieht positive Bilanz seiner China-Reise

Reuters SCHANGHAI. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am Freitag zum Abschluss seiner dreitägigen China-Reise in Schanghai eine positive Bilanz gezogen. Schröder begrüßte in Anwesenheit von Ministerpräsident Zhu Rongji das dynamische und kräftige Wachstum der chinesischen Wirtschaft, das deutsche Unternehmen angezogen habe. Für Deutschland sei es darum gegangen, im Ausland vernünftige Rahmenbedingungen im zunehmenden Wettbewerb um internationale Märkte zu schaffen, sagte Schröder im ZDF. Dies helfe auch in Deutschland bei der Sicherung von Arbeitsplätzen. Schröder wurde von einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Am Abend flog er nach Moskau zu Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin weiter.

In Schanghai besuchte Schröder ein Stahlwerk der Thyssen-Krupp AG und ein petrochemisches Werk der Bayer AG, die er symbolisch in Betrieb nahm. Das Stahlwerk ist ein Joint Venture von ThyssenKrupp und der chinesischen Stahlgruppe Baosteel. Das Edelstahlwerk Shanghai Krupp Stainless (SKS) mit einem Investitionsvolumen von 1,43 Mrd. Dollar ist nach Unternehmensangaben das bislang größte Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen-Krupp in Asien.

Thyssen-Krupp ist mit Siemens einer der beiden Partner des Transrapid-Konsortiums, das die rund 30 Kilometer lange Verbindung zwischen dem Flughafen im Osten Schanghais und der Innenstadt verbindet. Schröder besuchte eine Baustelle der Magnetschwebebahn, die 2003 ihren Betrieb aufnehmen soll. Er hoffe, dass weitere Abkommen in Sicht seien, darunter auch die 1 300 Kilometer lange Transrapid-Strecke zwischen Schanghai und Peking, sagte Schröder. Es sei möglich, dass es ein landesweites Magnetschwebebahn-Projekt geben werde. China zieht im Fall eines Erfolges in Schanghai ein System von Transrapid-Strecken in Betracht. Das Transrapid-Konsortium hat sich intensiv um den Bau der Strecke bemüht. Das Projekt hätte nach Thyssen-Angaben ein Volumen von 40 Mrd. Dollar.

Bereits am Mittwoch hatten die Chemiekonzerne Bayer und BASF milliardenschwere Verträge mit chinesischen Partnern unterzeichnet. Am Donnerstag folgten im Rahmen eines Hochtechnologieforums 29 weitere Unterzeichnungen. ThyssenKrupp vereinbarte eine 50-50-Joint Venture mit dem chinesischen Stahlproduzenten Angang New Steel Co. Das Gemeinschaftsunternehmen soll seine Produktion Mitte 2003 aufnehmen und nach zwei bis drei Jahren Umsätze von jährlich 220 Millionen Dollar liefern. Geplant ist nach ThyssenKrupp-Angaben eine Galvanisierungsanlage in der nordchinesischen Stadt Dalian.

Dagegen war es offenbar nicht zur Bestellung von Flugzeugen bei der Airbus Industrie mit einem Volumen von 1,14 Milliarden Dollar gekommen. In der vergangenen Woche war aus deutschen Regierungskreisen verlautet, möglicherweise werde China 50 Flugzeuge vom Typ A320 bestellen.

Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Nach Angaben der Bundesregierung haben deutsche Unternehmen bisher 15 Milliarden Mark in etwa 2300 Wirtschaftsprojekte investiert. Das deutsch-chinesische Handelsvolumen betrug 2001 rund 35 Milliarden Mark. Dabei stiegen die Exporte um 35 Prozent, die Importe um 32 Prozent gegenüber 1999.

Vor seinem China-Besuch hatte sich Schröder in Pakistan und Indien um eine Stabilisierung der internationalen Allianz gegen den Terrorismus bemüht. Schröder kündigte an, in Moskau mit Putin über die Zukunft Afghanistans und über das Flüchtlingsproblem in dem Krisengebiet zu sprechen. Die USA fliegen seit dem 7. Oktober Angriffe auf Ziele in Afghanistan und verlangen die Auslieferung des Moslem-Extremisten Osama bin Laden, den sie für die Anschläge in den USA am 11. September verantwortlich machen.

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