Schröder zur Öffentlichkeitsarbeit aufgefordert
Simonis fordert "Blut-Schweiß-und-Tränen"-Rede

Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hat sich in die Reihe der koalitionsinternen Kritiker eingereiht und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) aufgefordert, den Menschen die Wahrheit über die Lage in Deutschland zu sagen.

Reuters BERLIN. "Ich bin für eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede", sagte Simonis der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Mit einer derartigen Rede hatte der britische Premierminister Winston Churchill die Bevölkerung 1940 zum Widerstand gegen Nazi-Deutschland aufgerufen.

Simonis sagte, sehr viele Menschen wüssten, dass es so nicht weiter gehe. Viele wären auch mit harten Beschlüssen einverstanden, wenn sie davon überzeugt wären, "dass wir so den Karren wieder zum Laufen kriegen". Die Bundesregierung habe es nach der Wahl im September versäumt, ein schlüssiges Reformkonzept zu entwickeln, kritisierte Simonis. Zwar sei bei der Rentenreform im Grundsatz die richtige Entscheidung getroffen worden. Sie reiche jedoch wegen der gestiegenen Arbeitslosigkeit nicht aus. Im Gesundheitswesen fehle noch ein überzeugendes Konzept. "Jetzt hilft nur eins: Zu sagen, wo die Schwachpunkte sind, wie unsere Situation aussieht, wie schnell wir glauben, da durchzukommen", sagte Simonis.

Bereits vor Simonis hatten SPD-Politiker wie der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel und der hessische SPD-Spitzenkandidat Gerhard Bökel den Fehlstart der rot-grünen Regierung in ihre zweite Amtszeit kritisiert und von Schröder Führungsstärke gefordert. Gabriel und Bökel haben am 2. Februar 2003 Landtagswahlen zu bestehen. Kritik am Erscheinungsbild der Koalition kam auch von führenden Vertretern der Grünen.

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