Schröders Reform-Rede
Kommentar: Ein Anfang ist gemacht

Bundeskanzler Schröder hatte nur noch eine Chance - und er hat sie ergriffen.

Mit einer langen Liste von Einschnitten und Veränderungen will der Kanzler mit dem Mute der Verzweiflung die schlimmsten Verkrustungen am Standort Deutschland aufbrechen.

Kürzungen im Sozialbereich, mehr Flexibilität beim Kündigungsschutz und bei betrieblichen Bündnissen, Öffnungen im Handwerkssektor - die Reformagenda der Regierungserklärung war ungewöhnlich lang und detailliert. Man kann natürlich über jede Einzelmaßnahme streiten, aber der Wille, die versäumte Kurskorrektur nachzuholen, kann Schröder nach seiner heutigen Rede nicht mehr abgesprochen werden.

Ob das Gesagte allerdings auch gegen den Widerstand von Gewerkschaften und SPD-Linken umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Auch die notwendigen Kompromisse mit der Union im Bundesrat, werden politische Zumutungen für Rot-Grün enthalten. Soll die verkündete Reformwende gelingen, muss Schröder seine ganze Führungskraft in die Waagschale werfen. Ein Anfang ist immerhin gemacht.

Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter
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