Schrumpfendes Ergebnis bei Gap
Optimismus an der Wall Street

Die US-Märkte zeigen sich zur Zeit von ihrer starken Seite. Obwohl sie gestern eingeknickt waren, starten sie zur Wochenmitte erneut optimistisch. Die Futures auf die drei großen Indizes stehen deutlich im Plus.

Wie sich der Handel nach einem wahrscheinlichen Start im grünen Terrain entwickelt, hängt von einer Rede von Fed-Chairman Alan Greenspan ab. Der Notenbankchef spricht ab 10 Uhr (Ortszeit, 16 Uhr MEZ) vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongress. Die Erwartungen an das Konjunktur-Orakel gehen am Morgen auseinander. "Da die Konjunkturerholung noch nicht auf allen Zylindern läuft, dürfte sich Greenspan eher zurückhaltend zeigen", vermutet James Glassman von J.P. Morgan. "Wir gehen davon aus, dass Greenspan optimistischer spricht als bei seinen jüngsten Reden", meint hingegen Mickey Levy, Chef-Ökonom der at Banc of America Securities.

Eher im Hintergrund stehen am Mittwoch die übrigen Daten aus dem konjunkturellen Umfeld, doch sie stimmen optimistisch. Die Bestellungen für langfristige Güter, einer der wichtigsten Indikatoren über das Wohl des produzierenden Gewerbes, sind im Januar um 2,6 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als die Wall Street erwartet hatte. Selbst den starken Rüstungsbereich herausgerechnet, verzeichnet die Industrie ein Order-Plus von 2,3 Prozent. Das produzierende Gewerbe ist eine der Schlüsselbranchen, die über das mögliche Ende der Rezession und das Maß eines anstehenden Aufschwungs Auskunft geben.

Von Optimismus und guten Nachrichten gestützt gehen die Tech-Werte auf breiter Front in Stellung. Die Big Caps notieren ausnahmslos im Plus. Doch größter Gewinner im Vorhandel ist ein Wert aus der zuletzt schwachen Biotech-Branche: Im Clone Systems. Die Prüfbehörde FDA hat erklärt, das Unternehmen könne die Marktzulassung für das Krebsmittel Erbitux nun doch neu beantragen und mit bekannten Testdaten unterfüttern. Ursprünglich hatte die FDA neue klinische Tests verlangt, die nicht nur Millionen verschlungen, sondern die Markteinführung des Medikaments um mindestens zwei Jahre verzögert hätten. Nun könnte Erbitux bis Frühjahr 2003 auf den Markt kommen, was allerdings immer noch ein Jahr nach dem ursprünglich angestrebten Termin wäre. Im Clone verbessert sich im vorbörslichen Handel um bis zu 50 Prozent. Aktien vom Pharmariesen Bristol-Myers Squibb, der an Entwicklung und Vermarktung von Erbitux beteiligt ist, klettern um 3,5 Prozent.

Schwach dürften die Aktien von OSI Pharmaceuticals, Abgenix und Astra Zeneca handeln. Diese waren von Analysten aufgewertet worden, da sie als ImClone-Konkurrenten von jeder Erbitux-Verzögerung profitiert hätten, und hatten zuletzt kräftig zugelegt. Abgenix steht am Morgen ohnehin unter Verkaufsdruck, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, Anleihen im Wert von 200 Millionen Dollar ausgeben zu müssen, um anstehende Forschungsprojekte finanzieren zu können. Abgenix verliert 6,2 Prozent.

Mit zu den großen Gewinnern dürfte der Softwarehersteller Ariba gehören. Das Unternehmen geht nach einem Blick in die Orderbücher davon aus, den Umsatz in diesem Jahr um 13 Prozent steigern zu können. Von JP Morgan kommt derweil ein Upgrade auf "kaufen" und die Aktie legt im vorbörslichen Handel 13 Prozent zu.

Abwärts geht es hingegen für die Aktie von The Gap. Die Zahlen des einstigen Mode-Marktführers sind viel schlechter ausgefallen als Anleger und Analysten erwartet hatten. Das Unternehmen blickt nun schon zwei Jahre in Folge auf schrumpfende Ergebnisse, flaue Nachfrage und deutlich mehr Sonderangebote führten im abgelaufenen Quartal zu einem Verlust von 4 Cent pro Aktie, für das nun angebrochene Quartal spricht man eine Ertragswarnung aus.

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