Schubkraft aus dem Bundeshaushalt
Aktie der Woche: Rheinmetall

Der Düsseldorfer Rüstungs-, Elektronik- und Automobiltechnikkonzern Rheinmetall setzt seinen positiven Ertragstrend fort.

DÜSSELDORF. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen deutlich höhere Gewinne vor allem in der Elektroniksparte. Bereits 2001 verdoppelte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 197 Millionen Euro. Bis Ende Mai 2002 stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 1,73 Milliarden Euro, der Auftragseingang um den selben Anteil auf 1,68 Milliarden Euro.

Als Wachstumstreiber erwiesen sich die beiden Kerngeschäftsfelder Wehrtechnik (Rheinmetall Detec) und Elektronik (Aditron). Wenig Terrain gewann dagegen die mit Abstand größte Konzernsparte Kolbenschmidt Pierburg. Der Automobilzulieferer leidet unverändert unter der weltweit stotternden Branchenkonjunktur.

Für die nächsten drei Jahre hat sich Rheinmetall eine Restrukturierung auferlegt. Von 2003 an will der Konzern die Kosten um jährlich eine Million Euro senken. Gelingen soll dies vor allem durch die Aufgabe unrentabler Randbereiche. Das Management strebt bis 2004 eine Kapitalrendite von 15 Prozent an. 2001 lag diese Kennziffer bei 8,9 Prozent. Für die Umsatzrendite lautet die Zielgröße 7,0 Prozent nach zuletzt 4,3 Prozent. Parallel dazu muss der Konzernvorstand den relativ hohen Schuldenstand abbauen. Per Ende 2001 machten die Finanzverbindlichkeiten gut 21,5 Prozent der Bilanzsumme aus, die Eigenkapitalquote erreichte magere 17 Prozent.

Die größte Schubkraft könnte schon bald vom Rüstungsgeschäft ausgehen. Obwohl die Investitionen inWehrtechnik seit 1998 ansteigen, blieben die Aufträge bisher zu gering und die Ausfuhrpolitik zu restriktiv. Das dürfte sich aber demnächst ändern. Selbst Angelika Beer, verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen, setzte sich zuletzt für eine Erhöhung des Investitionsanteils im Verteidigungshaushalt von 23 auf 30 Prozent ein. Das gemessen am Umsatz größte deutsche Rüstungsunternehmen würde davon profitieren.

Langfristig erhält die Vorzugsaktie weitere Fantasie: Vom 24. Juni an gewichtet die Deutsche Börse ihre Indizes nach dem Streubesitz der Unternehmen. Gleichzeitig wird dann nur noch eine Aktiengattung gewertet, also Vorzugs- oder Stammaktien. Über kurz oder lang werden viele Unternehmen ihre beiden Aktiengattungen zusammenlegen - womöglich auch Rheinmetall. Solange der Mehrheitsaktionär Röchling (73 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien) heißt, ist damit zwar nicht zu rechnen, aber Mehrheiten können bekanntlich wechseln - mitunter schneller als man denkt.

Quelle: WirtschaftsWoche

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