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Schüttler bei US Open ausgeschieden

Rainer Schüttler ist schon wieder auf der Ziellinie die Puste ausgegangen. Nach der bitteren Niederlage im olympischen Doppel reichten dem im Vorjahr noch besten deutschen Tennis-Profi auch bei den US Open Matchbälle nicht zum Erfolg.

dpa NEW YORK. Rainer Schüttler ist schon wieder auf der Ziellinie die Puste ausgegangen. Nach der bitteren Niederlage im olympischen Doppel reichten dem im Vorjahr noch besten deutschen Tennis-Profi auch bei den US Open Matchbälle nicht zum Erfolg.

Während Doppelpartner Nicolas Kiefer die Enttäuschung über entgangenes Gold mit einem Sieg weiter lindern konnte, verlor Schüttler nach einem unerklärlichen Einbruch noch sein Erstrunden- Match gegen den Südtiroler Außenseiter Andreas Seppi.

Beim Stand von 6:5, 40:15 und eigenem Aufschlag sah der Korbacher im dritten Satz wie der Sieger aus. Am Ende nach 3:36 Stunden ging er aber doch wieder als Verlierer vom Platz. "Ich hatte drei coole Wochen. Zwei Mal hatte ich Matchbälle und habe beides verloren", sagte Schüttler nach dem 6:3, 6:4, 6:7 (5:7), 6:7 (1:7), 1:6 verbittert. "Er ist in den entscheidenden Situationen zu passiv gewesen", urteilte Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen.

Das hatte auch Schüttler bemerkt, ohne es ändern zu können. "Ich habe versucht, ihn die Fehler machen zu lassen. Letztes Jahr bin ich selbst drauf gegangen und bin belohnt worden", sagte er, wehrte sich trotz gestiegener eigener Erwartungen aber gegen zu heftige Kritik an dieser Saison. "Es waren schon ein paar Highlights dabei. Ich bin 25. im Champions Race. Da muss man die Kirche im Dorf lassen", bilanzierte Schüttler.

Mittlerweile 16 Auftakt-Niederlagen in diesem Jahr haben trotzdem empfindlich am Selbstvertrauen genagt. Bei den Australian Open war der letztjährige Finalist ebenso in Runde eins gescheitert wie bei den French Open. Die Schweden Robin Söderling, der ebenfalls schon zwei Sätze hinten lag, und der Belgier Xavier Malisse waren jedoch von anderer Güteklasse als der 23-jährige Seppi, der in diesem Jahr zuvor gerade einmal zwei Matches bei ATP-Turnieren gewonnen hatte. In Kitzbühel hätte es fast einen dritten Erfolg gegeben, doch dort hatte Schüttler selbst noch zehn Matchbälle abwehren können.

Eine längere Pause kommt für den Hessen nicht in Frage. "Ich werde mich nicht in mein Schicksal ergeben, das habe ich noch nie getan", betonte er. Die Turniere in Peking, Wien, Madrid, Basel und Paris sind ebenso wie das Daviscup-Relegationsspiel in der Slowakei fest eingeplant, doch in Bratislava kommen nach dem jetzigen Eindruck nur Kiefer und Thomas Haas für die Einzel in Frage. Für das Doppel drängt sich logischerweise die Silber-Kombination Kiefer/Schüttler auf.

Vierter Mann im Bunde dürfte Florian Mayer sein, der sein abgebrochenes Match gegen den Brasilianer Flavio Saretta in drei Minuten beendete und nun gegen Andre Agassi antreten darf. "Man muss mit der Einstellung reingehen, ihn zu schlagen, sonst hat man keine Chance", verkündete der 20-Jährige ganz ruhig. Anders als bei Schüttler geht es für den Newcomer aus Bayreuth 2004 im Eiltempo bergauf. "Ich habe in diesem Jahr so gut gespielt - ich glaube, dass ich mir das verdient habe", sagte Mayer zum Auftritt gegen den Ehemann von Steffi Graf im Arthur-Ashe-Stadium.

Kurz nach Schüttler sorgte Marlene Weingärtner mit 2:6, 6:7 (5:7) gegen die Spanierin Arantxa Parra Santonja für die bereits sechste deutsche Erstrunden-Niederlage in New York. Die US-Favoritinnen Venus Williams und Lindsay Davenport kamen ebenso sicher weiter wie die French-Open-Siegerin Anastasia Myskina. Deren russische Rivalin, Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa, musste beim 6:3, 5:7, 7:5 über Laura Granville aus den USA jedoch lange zittern. Bei den Herren hatte Titelverteidiger Andy Roddick ebenfalls keine Mühe. Vorjahresfinalist Juan Carlos Ferrero musste sich gegen den Tschechen Tomas Zib viereinhalb Stunden lang quälen, ehe der Sieg des Spaniers mit 4:6, 7:5, 7:6 (8:6), 6:7 (4:7), 6:3 feststand.

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