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Schüttler und Haas ackern - Elsner genießt

Paris (dpa) - Wie ungerecht das Leben manchmal sein kann, bekamen Rainer Schüttler und Thomas Haas dieser Tage in Paris zu spüren.

Paris (dpa) - Wie ungerecht das Leben manchmal sein kann, bekamen Rainer Schüttler und Thomas Haas dieser Tage in Paris zu spüren.

Während der Korbacher bei den French Open seine zehnte Auftaktpleite in diesem Jahr kassierte und Haas sein Grand-Slam-Comeback gegen Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero verlor, fiel Daniel Elsner sein erster Sieg bei einem der vier größten Tennis-Turniere in den Schoß. «Ich wollte eigentlich schon aufhören. Im Februar, März habe ich höchstens Mal ein Stündchen pro Woche gespielt», gab der Münchner zu.

Der Kontrast könnte nicht größer sein: Auf der einen Seite der Lebemann, der in der Jugend vom Erfolg verwöhnt wurde und sein Talent verschleuderte. Auf der anderen Seite der hoch professionelle Schüttler, der nicht gefördert wurde, sich mit Beharrlichkeit und Disziplin über die Jahre aber trotzdem zur deutschen Nummer 1 empor arbeitete. Oder Thomas Haas, der nach 15 Monaten Verletzungspause verbissen um die Rückkehr in die Weltspitze kämpft.

«Wenn man Talent hat, kriegt man zu viel in den A... geschoben», stellte Elsner jetzt fest. Als Jugendlicher gewann er drei Grand-Slam-Turniere und wurde bereits als Nachfolger von Boris Becker gehandelt. «Ich habe damals alle paniert. Ich war der einzige, auf den alle geguckt haben», erinnert sich der inzwischen 25-Jährige. «Kritik gab es kaum.» Doch der unstete Elsner brach immer wieder aus aus dieser Welt, die bis heute nicht seine ist. «Ich würde gern mal mit dem Rucksack ein halbes Jahr abdüsen, irgendwohin», meinte er nach seinem Auftaktsieg gegen einen österreichischen Qualifikanten.

Elsner hat in seinem Leben schon alles probiert, auch Drogen, und war schon fast von der Tennis-Bildfläche verschwunden. Am sportlichen Tiefpunkt nahm Schüttlers Trainer Dirk Hordorff sich seiner an, von einer Hordorff-Firma wird Elsner heute noch gemanagt. «Ich war zwei Monate mit ihm zusammen. In der Zeit hat er wirklich hart trainiert. Da kann ich nichts schlechtes sagen», erzählte Schüttler, der Elsner grinsend als «sehr lebensfroh» charakterisierte.

Der Weltranglisten-Siebte zermartert sich den Kopf darüber, warum er nicht an sein Erfolgsjahr 2003 anknüpfen kann. Zum ersten Mal seit 1999 kam Schüttler bei den ersten beiden Grand-Slam-Turnieren des Jahres nicht über die 1. Runde hinaus. «Vielleicht ist die Birne ein bisschen ausgebrannt», meinte Schüttler, der im letzten Jahr rekordverdächtige 101 Matches bestritt. «Da hilft eigentlich nur eine Pause.» Die will sich auch Thomas Haas gönnen, der erstmals seit den US Open 2002 wieder bei einem Grand-Slam-Turnier spielte. «Ich bin jetzt seit dem 1. April unterwegs. Das war sicher nicht das Beste für meinen Körper», sagte Haas. «Ich werde jetzt vielleicht den Schläger ein bisschen zur Seite legen.»

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