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Schüttler will Olympia-MedailleDPA-Datum: 2004-07-15 11:59:05

Stuttgart (dpa) - Der eine will Erfolg, der andere einfach nur dabei sein. So unterschiedlich die Erwartungen von Rainer Schüttler und Florian Mayer für das olympische Tennisturnier sind, so ähneln sich ihre Wege dorthin.

Stuttgart (dpa) - Der eine will Erfolg, der andere einfach nur dabei sein. So unterschiedlich die Erwartungen von Rainer Schüttler und Florian Mayer für das olympische Tennisturnier sind, so ähneln sich ihre Wege dorthin.

«Die Chancen, nach Athen zu fahren, stehen gut», sagte Deutschlands neue Tennishoffnung Mayer nach seiner Auftaktniederlage beim Stuttgarter ATP-Turnier auf dem Weissenhof. Der Sandplatzspezialist Guillermo Canas aus Argentinien hatte den Wimbledon-Viertelfinalisten in drei Sätzen aus dem Turnier geworfen.

Anders als die anderen beiden Athen-Fahrer, Thomas Haas und Nicolas Kiefer, die derzeit bei US-Turnieren spielen, ziehen Mayer und Schüttler in Stuttgart und in der kommenden Woche in Kitzbühel den Sandplatz vor. Erst zu den Masters-Turnieren in Toronto und Cincinnati geht es nach Übersee und auf Hartplätze wie bei Olympia.

Schüttler, der bereits 2000 in Sydney dabei war, fährt erstmals als die deutsche Nummer eins zu den Spielen. «Olympia ist etwas Besonderes. Da will ich besonders gut sein», sagte der Korbacher und hofft insgeheim darauf, seinen Start in Athen mit Edelmetall krönen zu können. Denn für den 28-Jährigen «war Sydney ein Traum». In «Down Under» durfte er die Silbermedaille seines Kollegen Thomas Haas feiern. Doch von «seiner» Medaille scheint er momentan weit entfernt. Wie Mayer hatte der Finalist der Australian Open 2003 beim Weissenhof-Turnier in der ersten Runde ein Freilos; wie Mayer schied er im Achtelfinale aus. Für Schüttler kam der K.o. nach einem 7:6 (8:6), 3:6, 2:6 gegen seinen Angstgegner Radek Stepanek (Tschechien). Es war bereits seine zwölfte Auftakt-Niederlage in diesem Jahr.

Gedanken über Olympia-Medaillen macht sich Mayer nicht. Die Entscheidung, ob er überhaupt in Athen dabei ist, fällt das Nationale Olympische Komitee (NOK) am 19. Juli. Doch die zurückliegenden Ergebnisse mit dem Einzug ins Viertelfinale von Wimbledon sprechen für ihn - trotz der Niederlage in Stuttgart. «Der Hartplatz in Athen soll sehr langsam sein. Das kommt mir entgegen», sagte Mayer. Allerdings hat er Bedenken wegen der Hitze in der griechischen Hauptstadt. «Ich hoffe, wir können vier bis fünf Tage vorher anreisen, um uns daran zu gewöhnen. Klimatisch wird es sehr hart.»

Schüttler dagegen sieht nach den Eindrücken von Sydney nicht nur den Tenniscourt. Er gerät ins Schwärmen. «Das Drumherum ist fantastisch. Das kann man nicht beschreiben. Das will ich mir nicht entgehen lassen.» Dafür legt er sogar noch eine Schippe drauf. «Ich trainiere mehr denn je. Ich merke, ich spiele gutes Tennis.»

Auch wenn Mayer bei der Niederlage gegen Canas in Stuttgart «eines der besten Matches» abgeliefert hat, gilt für Athen: Dabeisein ist alles. «Ich rechne nicht damit, eine Medaille zu holen. Ich bin glücklich, wenn ich dabei sein darf», sagt der 20-Jährige. Vielleicht spielt er in Athen dann nicht nur gut, sondern auch erfolgreich.

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