Schuhe ohne Aufträge produziert
Nike leidet unter Planungsfehlern

Nike begründete das rückläufige Ergebnis mit übermäßig hohen Lagerbeständen und gestiegenen Frachtkosten. Verantwortlich sei die fehlerhafte Software. Adidas-Aktie verliert nach Nike-Gewinnrückgang

Reuters BOSTON. Der US-Sportschuh- und Sportartikelhersteller Nike hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient als noch vor einem Jahr. Der Gewinn sei binnen Jahresfrist um 33 Prozent auf 97 Millionen Dollar (207 Millionen Mark) eingebrochen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Boston mit. Den Gewinn je Aktie bezifferte Nike auf 35 Cents nach 52 Cents ein Jahr zuvor. Trotz des Gewinnrückgangs erfüllte Nike die Erwartungen der Analysten punktgenau. Nike hatte bereits im vergangenen Monat seine Gewinnerwartungen nach unten revidiert. Der Umsatz habe sich mit 2,17 (2,16) Milliarden Dollar kaum verändert, hieß es weiter.

Nike begründete das rückläufige Ergebnis mit übermäßig hohen Lagerbeständen und gestiegenen Frachtkosten. Darüber hinaus machte das Unternehmen hausinterne Softwareprobleme für das Ergebnis verantwortlich, die dazu geführt hätten, dass fünf Millionen Paar Schuhe produziert worden seien, obwohl keine Bestellungen dafür vorgelegen hätten, sagte Nike-Finanzchef, Donald Blair. Allerdings seien ungefähr 84 Prozent des Überschusses bereits verkauft oder in der Inventur für das dritte Quartal, das am 28. Februar endet, mitgerechnet. Um die gegenwärtigen Probleme mit den hohen Lagerbeständen zu beseitigen, werde Nike noch etwa sechs bis neun Monate benötigen, sagte Blair. Der Konzern sei gerade dabei, das Vertriebssystem für 400 Millionen Dollar auszubaue. Das sei jedoch erst zur Hälfte gelungen.

Als weiteres Problem nannte Nike die gesunkene Nachfrage auf dem US-Markt nach Sportschuhen. Insgesamt habe sich hier der US-Umsatz im dritten Quartal um sechs Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar verschlechtert. Der Umsatz von Sportschuhen sei in diesem Zeitraum um 15 Prozent auf 734 Millionen Dollar gesunken. "Wenn es ein Gebiet gibt, auf dem wir gut sein sollten, dann sollten das US-Schuhe sein", sagte der Nike-Chef Philip H. Knight. Die Nike-Aktie schloss trotz des Gewinnrückgangs in einem äußerst schwachen Börsenumfeld mit einem Plus von 4,7 Prozent auf 38,01 Dollar.

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