Schulden abgebaut
Brau und Brunnen verkauft Apollinaris-Beteiligung

Die Brau und Brunnen AG (BuB) hat sich vom Mineralwasser-Geschäft getrennt und ihre Anteile an der Apollinaris & Schweppes GmbH und Co. verkauft.

HB ddp/vwd/dpa DORTMUND. Wie der drittgrößte deutsche Getränkekonzern in Dortmund mitteilte, wurde die 72-prozentige Beteiligung an Apollinaris für 151 Mill. Euro an die bisherige Mitgesellschafterin, die Schweppes GmbH aus Hamburg, veräußert. Die Übertragung kann allerdings erst nach der Zustimmung der Aktionäre auf einer außerordentlichen BuB-Hauptversammlung am 22. November und der noch ausstehenden Genehmigung des Kartellamtes in Kraft treten.

Personal soll durch den Wechsel von Apollinaris an die Briten nicht entlassen werden, sagte Dewies. 430 Beschäftigte wechseln den Arbeitgeber. Davon seien knapp 400 am Apollinaris-Abfüllort Bad Neuenahr, der Rest in der Verwaltung in Hamburg betroffen. Bei Brau und Brunnen arbeiten dann rund 2 500 Menschen.

Nach dem Verkauf von Apollinaris besitzen die Dortmunder noch drei Mineralquellen: Thüringer Waldquell, Spreequell und Sinziger. Bei Bier ragen Jever, Berliner Pilsener, Brinkhoff's sowie die Altmarke Schlösser und die Kölschsorten Sion, Küppers und Gilden heraus.

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Der Verkauf der renommierten Marken soll die in die roten Zahlen gerutschte BuB nach eigenen Angaben auf einen Schlag von ihren Schulden befreien, die sich Ende 2001 noch auf 128 Mill. Euro beliefen. Der Konzern sei auf gutem Wege, im operativen Geschäft schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Konzernsprecher Udo Dewies am Mittwoch in Dortmund, "Ob das Ziel 2002 erreicht werden kann, ist aber noch offen." Im Jahresverlauf hatten die Bierpreise deutlich angezogen. "Die Erhöhung ist durchgegangen", sagte Dewies. Der Absatz sei leicht zurückgegangen, der Umsatz aber gestiegen. In Branchenkreisen hieß es dazu, steigende Preise seien auch ein Mittel, das abbröckelnde Image von Bier wieder anzuheben. Der Preis stelle für den Kunden den Wert einer Marke da.

Erdinger im Visier


Mit dem Schuldenabbau sei die finanzielle Grundlage für die Sanierung des Unternehmens und eine weitere Expansion in den Geschäftsfeldern Bier und nicht-alkoholische Getränke geschaffen, hieß es. Der Konzern sucht jetzt noch einen starken international aufgestellten Partner und ertragsstarke neue Marken. "Unter anderem sind wir um die Weißbiermarke Erdinger bemüht", sagte Dewies. Es gäbe weiterhin einen Kreis von vier Partnern, mit denen Bau und Brunnen in Kontakt stehe. Aus Branchenkreisen hieß es dazu, große ausländische Partner seien im Moment schwer zu finden. Die richtige Strategie für die Dortmunder sei vielmehr, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und sich auf wenige starke Marken wie "Jever" zu konzentrieren und den Flickenteppich an Biermarken zu zerschneiden. Allerdings stehe bei der Brau und Brunnen-Marke Schlösser offenbar noch die Einführung einer Bier-Mix-Marke bevor.

Um die Zukunft des Konzerns unter dem Dach der Hypo-Vereinsbank besteht unterdessen noch keine Klarheit. Die Bank erklärte auf Anfrage, dass sie sich mittelfristig von nicht-strategischen Beteiligungen trennen wolle. Dieser allgemeine Beschluss bestehe seit 1999. Weiter wollte sich die Bank nicht äußern. Dewies hatte betont, der Aufsichtsratschef der Bank habe noch im Sommer erklärt, der Konzern werde nicht verkauft. Er gehe davon aus, dass die Hypo-Vereinsbank bei Zukäufen dem Konzern zur Seite stehen werde. Dies bestätigten auch Branchenkreise. Die Bank werde sicher bei ertragsstarken Zukäufen einspringen. Im Moment stehe aber keine interessante Premiummarke zum Verkauf, auch Erdinger nicht, sagte ein Branchenkenner.

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