Schulden auf 6,5 Milliarden Dollar abbauen
ABB rechnet mit Umsatzwachstum

Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern ABB rechnet 2003 mit einem moderaten Umsatzwachstum. Dieses werde im laufenden Geschäftsjahr um vier Prozent zulegen, schreibt Konzernchef Jürgen Dormann in einem am Freitag veröffentlichten Aktionärsbrief.

Reuters ZÜRICH/NEW NORK. Der Elektrotechnikkonzern ABB hat beim Abschluss des Geschäftjahres 2002 zahlreiche kleinere Anpassungen vorgenommen. Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich auf 394 Millionen Dollar von ungeprüft 336 Millionen Dollar. Der Cash flow der hoch verschuldeten ABB verminderte sich dagegen auf 19 Millionen Dollar von 126 Millionen Dollar, wie dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen war.

Finanzchef Peter Voser wies Befüchtungen zurück, dass es bei ABB Buchführungsprobleme geben könnte: "Ich muss hier ein sehr klares Statement machen. Da sind absolut keine Probleme," sagte er auf einer Telefonkonferenz.

Der Finanzmarkt schien seine Einschätzung zu teilen. Mark Diethelm, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, erklärte: "Das Restatement ist marginal und sollte nicht überbewertet werden." James Stutler von Dresdner Kleinwort Wasserstein erklärte, die Anpassungen bezögen sich auf die Vergangenheit und nicht auf das gegenwärtige Geschäftsumfeld. Die Aktien notierten in einem stabilen Gesamtmarkt unverändert auf 4,10 sfr.

Voser erklärte, die Erhöhung des Betriebsergebnisses gehe auf Korrekturen bei der Minderheitsbeteiligung SEK zurück. Für den tieferen Cash flow machte ABB nicht liquiditätswirksame Effekte bei den Pensionsverpflichtungen verantwortlich. Den Verlust 2002 korrigierte ABB leicht auf 783 (bisher 787) Millionen Dollar. Auch beim Eigenkapital und der Verschuldung nahm ABB marginale Anpassungen vor.

ABB bleibt mit dem Abschluss gemäss Voser innerhalb der Bedingungen der Kreditfazilität. Gemäss Analysten sind die im Geschäftsbericht erstmals veröffentlichten Bedingungen strenger als bisher angenommen. Um die Bankverpflichtungen erfüllen zu können, will ABB den Bereich Öl, Gas und Petrochemie verkaufen.

Ein Verkauf dürfte aber nicht über die Bühne gehen, bevor ein US-Gericht nicht einen Vergleich mit Asbest-Klägern abgesegnet hat. In der Nacht auf Freitag hatte das Kreditoren-Komittee dem Vergleichsvorschlag zugestimmt. Die Anhörung wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt und dürfte am Freitag zu Ende gehen, sagte ein ABB-Jurist zu. Bald danach dürfte die zuständige Richterin entscheiden.

ABB rechnet im laufenden Jahr in einem schwierigen Umfeld mit einem vierprozentigen Umsatzwachstum. Der Konzern wiederholte die Margen und Verschuldungsziele für 2003 und 2005. ABB erwirtschaftete 2002 einen Umsatz von 18,295 Milliarden Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%