Schuldenabbau des Sportartikelherstellers kommt langsamer voran
Adidas zahlt Bayern-Beteiligung doch in bar

Adidas rechnet trotz der schwachen Weltkonjunktur auch für 2002 mit einem Plus bei Umsatz und Gewinn. Impulse sollen vor allem von der Fußball-WM in diesem Sommer kommen.

cbu HERZOGENAURACH. Herbert Hainer gibt sich gewohnt optimistisch. "2002 wird erneut ein starkes Jahr werden", versprach der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG-Salomon am Donnerstag bei der Bilanz-Präsentation. Der Umsatz soll im laufenden Jahr um mindestens 5 % zulegen. Wachstumschancen werden insbesondere in Nordamerika und in Asien gesehen. Der Jahresüberschuss werde sich voraussichtlich um 5 bis 10 % erhöhen.

Genau ein Jahr nachdem Hainer offiziell Chef bei Europas größtem Sportartikelhersteller wurde, musste der 47-jährige damit erstmals sein Wort brechen. Denn bisher hatte er Anlegern und Analysten bis 2003 ein jährliches Gewinnplus von 15 % versprochen. Hainer erklärte die Revision seiner Prognosen mit der schwachen Weltkonjunktur und dem schwachen Euro. Beides lastet auf den Gewinnen, macht der Konzern doch etwa die Hälfte seines Umsatzes in Europa. Der Einkauf erfolgt jedoch in erster Linie in Asien und wird deshalb in Dollar abgerechnet. Bisher hatte Hainer seine Ziele erreicht: Der Umsatz für 2001 war wie versprochen um 5 % auf 5,8 Mrd. Euro gestiegen, der Jahresüberschuss legte um 15 % auf 208 Mill. Euro zu.

Insbesondere in den USA hat Adidas aus Hainers Sicht inzwischen die Wende geschafft. Hier erwartet er nach Jahren des Rückgangs in diesem Jahr wieder ein zweistelliges Wachstum. Der Auftragseingang entwickelt sich bereits positiv. Die USA als größter Sportartikel-Markt der Welt ist hart umkämpft und wird von Adidas-Konkurrent Nike beherrscht. Mittelfristig peilt Hainer bei Sportschuhen eine Verdoppelung des Marktanteils auf 20 % an.

Diese Bemühungen werden auch von Analysten honoriert. "Die Erholung auf dem nordamerikanischen Markt dürfte endlich eingeläutet sein", stellt etwa Michael Winkler von der West/LB Panmure fest. Ein Listing der Adidas-Aktie in New York ist laut Finanzvorstand Robin Stalker zwar derzeit noch nicht geplant, mittelfristig sei ein solcher Schritt aber vorstellbar.

Investieren will Adidas im laufenden Jahr in den Aufbau weiterer Geschäfte. Zudem soll Adidas-Italien wieder vollständig zurückgekauft werden. Im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft sollen etwa 40 Mill. Euro ins Marketing investieren.

Wie Hainer jetzt mitteilte, will Adidas die 75 Mill. Euro für die 10 %-ige Beteiligung an der neuen FC Bayern München AG in bar bezahlen. Ursprünglich sollte dafür eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden. Die ist jetzt abgesagt. Wie Stalker versicherte, macht die Finanzierung aus dem laufenden Etat keine Probleme.

Allerdings wird der geplante Abbau der Verschuldung, die von Analysten immer wieder angeprangert wird, leiden. Die Schulden liegen nach Stalkers Angaben derzeit bei 1,7 Mrd. Euro. Und in diesem Jahr würden weniger als 100 Mill. Euro zurückgeführt. Die Finanzierung der Schulden belastet die Adidas-Gewinne. Grund für die Verschuldung ist die Übernahme des französischen Sportartikelherstellers Salomon im Jahr 1998 für 1,2 Mrd. Euro. Salomon leidet derzeit unter dem schwachen Wintersportgeschäft.

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