Schuldenabbau
Verkauf von Telekom-Beteiligung an SES erwartet

Zur Verringerung ihrer Schulden wird sich die Deutsche Telekom nach Einschätzung von Analysten vermutlich auch von ihrem Anteil an dem weltgrößten Satellitenbetreiber SES Global aus Luxemburg trennen.

Reuters BRÜSSEL. Analysten sagten, neben dem laufenden Verkaufsprozess für die verbliebenen TV-Kabelnetze werde die Telekom voraussichtlich auch für ihren Minderheitsanteil an SES Global einen Käufer suchen.

Ein Telekom-Analyst sagte in London: "Das Unternehmen hat nicht viele Randaktivitäten auf seiner Verkaufsliste - die erste Option auf meiner Liste ist SES Global." Ein Telekom-Sprecher lehnte unterdessen erneut einen Kommentar zu möglichen Verkaufsplänen für die Satellitenbeteiligungen ab. Bis Ende Novmeber werde das Unternehmen seine Prüfung der künftigen strategischen Ausrichtung abgeschlossen haben, sagte der Sprecher lediglich.

An der Börse ist der SES-Anteil der Telekom in Höhe von 13 Prozent derzeit rund 540 Millionen Euro wert. Die Telekom hat wiederholt angekündigt, die vor allem durch Investitionen in die Mobilfunksparte aufgeblähten Verbindlichkeiten von derzeit 64 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro bis Ende 2003 senken zu wollen. Zur Finanzierung dieses Schuldenabbaus will sich die Telekom von ihrem verbliebenen TV-Kabelnetz, von Immobilien und weiteren Randaktivitäten trennen. Da bislang eine Lücke von vier bis sieben Milliarden Euro in dem Schuldenabbauprogramm klafft, muss die Telekom jedoch noch weitere Maßnahmen zur Verringerung ihrer Verbindlichkeiten ergreifen.

Der Telekom-Analyst von KBC Securities, Dirk Saelens, sagte, "da die Deutsche Telekom Geld braucht, ist es so gut wie sicher, dass sie irgendwann einen Verkauf ihres SES-Anteils erwägen werden." Auch die 18-prozentige Beteiligung an dem französischen SES-Konkurrenten Eutelsat dürfte Analysten zufolge zum Verkauf stehen. Die Telekom ist weiterhin mit 3,43 Prozent an dem auf Bermuda ansässigen Satellitenbetreiber Intelsat beteiligt. An dem Konkurrenzanbieter Inmarsat Ventures hält die Telekom noch 4,28 Prozent und an der niederländischen Betreibergesellschaft New Skies Satellites 2,64 Prozent.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Montag, die US-Betreiber PanAmSat and Intelsat hätten für Eutelsat rivalisierende Übernahmeangebote vorgelegt. Intelsat soll dem Bericht zufolge 3,5 bis vier Milliarden Dollar für Eutelsat geboten haben. Sowohl Eutelsat wie auch Intelsat haben bereits seit längerer Zeit vor, Teile ihres Kapitals an die Börse zu bringen. Andere Telekom-Anbieter wie France Telecom haben Teile ihrer Satellitenbeteiligungen bereits veräußert.

SES Global betreibt unter anderem das Satellitensystem Astra, über das zahlreiche digitale und analoge Fernseh- und Radioprogramme übertragen werden. Wie andere Technologieaktien haben jedoch auch die Satellitenbetreiber im laufenden Jahr im Zuge der fortgesetzten Baisse eine deutliche Talfahrt ihrer Aktiennotizen verzeichnet. Am Montag wurden die SES-Aktien zu 6,76 Euro gehandelt, was rund der Hälfte der Kursnotiz zu Jahresbeginn entspricht.

An der Börse sind lediglich gut 20 Prozent der SES-Anteile notiert, weshalb die SES-Aktien als weitgehend illiquide gelten. SES könnte zudem von einer endgültigen Pleite der weitgehenden Insolvenz der Mediengruppe von Leo Kirch betroffen sein, da zahlreiche TV-Programme von Premiere und Pro Sieben SAT1 über die Transponder von Astra ausgestrahlt werden.

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