Schuldenberg soll weiter reduziert werden
France Télécom verbucht Rekord-Verlust

Die hochverschuldete France Telecom hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 20,7 Milliarden Euro verbucht. Hohe Wertabschreibungen, unter anderem für den deutschen Mobilfunkanbieter Mobilcom, hatten das Ergebnis belastet.

Reuters PARIS. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte, betrugen die Wertberichtigungen im Zuge einer inzwischen fehlgeschlagenen Expansionsstrategie im Jahr 2002 insgesamt 18,2 Milliarden Euro. Der Großteil entfiel dabei auf Belastungen durch die Büdelsdorfer Mobilcom. Analysten hatten bereits mit einem Rekordverlust bei der staatlich kontrollierten France Telecom gerechnet. Allerdings hatten sie lediglich im Durchschnitt einen Fehlbetrag von 18,75 Milliarden Euro erwartet.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Amortisationen und Abschreibungen (Ebitda) stieg nach Angaben von France Telecom im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 14,92 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn habe sich um fast 31 Prozent auf 6,81 Milliarden Euro verbessert. Beide Kennzahlen fielen etwas besser aus als von Analysten erwartet. France Telecom bekräftigte am Mittwoch, in diesem Jahr den Umsatz um drei bis fünf Prozent steigern zu wollen. Der Betriebsgewinn und das Ebitda sollten mit einer zweistelligen Rate wachsen. Die finanziellen Verpflichtungen könne das Unternehmen bis Ende 2004 voraussichtlich erfüllen.

Der freie Cash-Flow wird nach Einschätzung von France Telecom in diesem Jahr auf 3,0 bis 4,0 Milliarden Euro steigen, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr einen negativen Cash-Flow in Höhe von 1,1 Milliarden Euro ausgewiesen hatte. Der Cash-Flow ist unter anderem ein Maß für die Fähigkeit eines Unternehmens, Schulden zu tilgen. "Beim Schuldenabbau machen wir dank einer verbesserten operativen Leistung gute Fortschritte", sagte Finanzchef Michel Combes bei einer Pressekonferenz in Paris. Insgesamt sitzt France Telecom auf einem Schuldenberg von 68 Milliarden Euro. Es wird damit gerechnet, dass das Unternehmen in Kürze eine Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Euro ankündigen wird. Mehrheitseigner von France Telecom ist der französische Staat.

Die Wertberichtigungen für die Beteiligung an Mobilcom bezifferte France Telecom für das vergangene Jahr mit 7,3 Milliarden Euro. Der französische Konzern hält derzeit einen Anteil von 28,5 Prozent an dem Unternehmen, das vor allem wegen kostspieliger UMTS-Aktivitäten an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten war. Mit finanzieller Hilfe des Partners France Telecom hatte Mobilcom Mitte 2000 für acht Milliarden Euro eine der sechs Lizenzen für den UMTS-Mobilfunk in Deutschland ersteigert. Am Dienstag hatte Mobilcom mitgeteilt, von den Schulden in Höhe von 7,1 Milliarden Euro endgültig befreit zu sein. France Telecom habe vertragsgemäß auf sämtliche Forderungen gegenüber Mobilcom verzichtet.

Wertabschreibungen für Beteiligungen hatten im vergangenen Jahr auch die Bilanz der France-Telecom-Tochter Orange belastet und den Nettoverlust auf 4,54 Milliarden Euro ausgeweitet. Wie das Mobilfunkunternehmen mitteilte, stieg das Ebitda um 51 Prozent zum Vorjahr auf 5,15 Milliarden Euro. Damit lag das Ergebnis knapp über den Erwartungen der Analysten. Orange ist nach Vodafone und T-Mobile drittgrößter Mobilfunkanbieter in Europa.

Der Aktienkurs der France Telecom gab zu Handelsbeginn an der Pariser Börse etwas nach, drehte im Verlauf jedoch in einem schwächeren Gesamtmarkt knapp ins Plus bei Kursen um 19,04 Euro. Orange-Titel verbesserten sich um mehr als zwei Prozent auf 7,23 Euro.

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